Konzerte & Party

Franz Ferdinand in der Columbiahalle

in concertAber die Glasgower mit Kunst­hochschul- hintergrund, der blasier­te Assoziationen weckt, die sie gar nicht mögen, waren doch eine Initialzündung. Auf einmal waren sie allgegenwärtig mit ihrem ad­retten Style, spielten mit Krautrock, Mod- und Mad­ches­ter-Einflüssen und jagten ihr Riff von „Take Me Out“ um die Welt. In dessen Echo stimmten schließlich auch Bands wie The Rakes oder die Kaiser Chiefs ein, und vielleicht hätte es die Geschichte der Arctic Monkeys in dieser Form ohne Franz Ferdinand nie gegeben. Die oft als so schwierig deklarierte zweite Album-Hürde meisterten sie in zu erwartender Gelassenheit äußerst smart und en passant. Und das neue Album, „Tonight: Franz Ferdinand“? Gerüchte um einen stilistischen Rich­tungswechsel gab es, von Afro­beat war die Rede. Aber nun klingt die Platte – glück­licher­wei­se – doch wieder unverwechselbar nach ihnen selbst, wenn auch um einige Nuancen bereichert: „Lucid Dreams“ ist ein musikalischer Drogentrip, „Katherine Kisses Me“ ein eher schwaches Ballädchen, das ziemlich pubertär anmutet. Dazwischen immer wieder die wirklich großen Momente, der Refrain von „Ulysses“ oder die wilde Entschlossenheit inklusive Punk-Finale von „What She Came For“. Das Werk soll als Soundtrack zu einer hedonistischen Nacht verstanden werden, wurde allseits verkündet. Dabei ist es doch eigentlich viel mehr. Ein weiterer Superlativ einer Band, die sich selbst immer weiter in die Höhe schraubt.

Text: Jan Schimmang

tip-Bewertung:
Verlässlich gut

Franz Ferdinand in der Columbiahalle
Di 24.11., 21 Uhr

 

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