Konzerte & Party

Franz Ferdinand im Kesselhaus der Kulturbrauerei

franz_ferdinandBeides erinnert an altertümliches Lesen im Kaffeesatz. Wobei auffällt, dass es just die trendsetzenden beiden Bands der Nullerjahre sind, die sich mit ihren Veröffentlichungen einige Zeit lassen: in den USA The Strokes, in Großbritannien eben die Neo-New-Wave-Stars Franz Ferdinand. Während jüngere Bands wie Bloc Party oder Kaiser Chiefs bereits mit ihren dritten Alben touren, ließen es Franz Ferdinand langsam angehen. Sänger Alex Kapranos etwa produzierte erst mal ein Album für die jungen Wilden The Cribs; nebenbei ließ er seine frühere Karriere als Koch aufleben und schrieb kulinarische Kolumnen, während der Rest der Band vor allem mit Familiengründungen beschäftigt war. Im Rahmen der Sommerfestivals – ganze vier Jahre nach dem zweiten Album „You Could Have It So Much Better“ – gab es immerhin ein paar neue Songs zu hören. „Katherine Kiss Me“ etwa klingt kantig und tanzbar wie eh und je, jedoch mit betont roh belassenem Schliff. Thematisch soll es um nächtliche Dinge gehen, darum, was zur blauen Stunde so passiert – auf der Tanzfläche oder hinter geschlossenen Jalousien. Die Stimmung sei „sinister“, verriet Kapranos. Wie gewohnt wird der 36-Jährige nicht allzu viel Persön­liches in die Texte legen, seine Band will auch diesmal nichts weiter, als „Mädchen zum Tanzen zu bringen“. Eine Aufgabe, die heute freilich auch von Bloc Party und Co. erfüllt wird. Das wissen Franz Ferdinand, und umso gespannter darf man deshalb sein, wenn sie jetzt ihre neuen Songs in ausgewählten Shows vorab tes­ten.

Text: Ulrike Rechel

Franz Ferdinand Kesselhaus, Mo 17.11., 21 Uhr (ausverkauft)

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