Konzerte & Party

Frauen Power: Kittie im Magnet

KittieAn das Ozzfest 2000 kann sich Morgan Lander gut erinnern. Slipnot, Pantera und Godsmack prangten auf dem Tour-Poster. Darunter der eigene verschnörkelte Bandschriftzug: Kittie. Mit dem knuffigen Namen, zumal als einzige Frauentruppe im Aufgebot, im Teenie-Alter, fielen die Kanadierinnen aus der Reihe. Die Aufmerk­samkeit war Kittie, mit Morgans Schwester Mercedes am Drumset, sicher; das Geschubse vor der Bühne entsprechend heftig. Backstage warteten derweil Vater und Mutter Lander mit stolzem Strahlen.
Heute ist der einprägsame Karrierestart nurmehr goldene Erinnerung. Vater und Bandmanager Daniel starb 2008 an Herzversagen. Die Arbeit am aktuellen Album „In The Black“ habe sich denn auch wie eine Abschiedstherapie angefühlt, sagt die 27-jährige Frontfrau. Jeder gurgelnde Schrei aus ihrem Rachen, jede Doublebass-Salve ihrer Schwester ist somit ein kleiner ruppiger Gruß an Daddy – wo der seine Töchter doch einst einführte in den Kanon des Thrash-Metal – ob Metallica, Tes­tament oder Carcass. In neuen Songs wie „My Plague“ oder „Cut Throat“ mit ihren Aggro-Attacken und fachgerechten Gitarrensoli klingen die alten Helden denn auch deutlicher an als je zuvor. Von den einstigen NuMetal-Wurzeln keine Spur. Kittie kennen fraglos ihre Meister, den Weiblichkeitsbonus möchten sie nicht zu arg ausspielen, schon gar keine Klischees hören а la „Britney Spears meets Slayer„. So kommt es, dass das fünfte Werk der Rockerinnen aus Ontario fast schon zu dienstbeflissen klingt. Eigenheiten, etwa markante Melodien oder Abwege, sind rar gesät. So landet man auf der Suche nach Besonderheiten doch wieder bei dem „Girlgroup“-Etikett. Es bleibt letztlich das Einzige, das Kittie unverwechselbar macht.

Text: Ulrike Rechel

Kittie + It Dies Today + Malefice, Magnet, Mi 6.1., 21 Uhr, VVK: 16,80 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

Mehr über Cookies erfahren