• Konzerte & Party
  • Frauentag in Berlin: Die besten Veranstaltungen von Demo bis Queer-Party

Konzerte & Party

Frauentag in Berlin: Die besten Veranstaltungen von Demo bis Queer-Party

Es ist viel los am Internationalen Frauentag. Seit 2019 ist der 8. März gesetzlicher Feiertag in Berlin. An einem Sonntag fällt das zwar nicht weiter ins Gewicht, aber viel los ist trotzdem. Die große Frauenkampftags-Demonstration ist sicher ein Pflichttermin. Und darüber hinaus gibt es viel: besondere Führungen durch Ausstellungen, Brunch mit Bier, sexpositive Partys, Bühnenstücke und Konzerte. Was tun? Wir haben die 12 besten Veranstaltungen zum 8. März gesammelt.

Heraus zum 8. März – Demo zum Frauenkampftag

Der Frauentag ist Feiertag, aber deshalb haben noch längst nicht alle Menschen frei. „Es sind besonders Frauen, die auch an diesen Tagen arbeiten. Sie leisten den Großteil der schlecht oder gar nicht bezahlten Erziehungs-, Pflege- und Sorgearbeit zu Hause“, sagt Katrin Wagner. Sie gehört zu den Organisator*innen der Demonstration zum Frauenkampftag. Unter dem Motto „Feiern – Streiken – Weiter kämpfen“ geht die Route vom Leopoldplatz bis zum Alexanderplatz.

Frauenkampftag-Demo, Leopoldplatz, Wedding, 8.3. 14 Uhr, https://frauenkampftagberlin.wordpress.com/


Hip-Hop-Konzerte im Yaam: „Jenseits von Nelken und Pralinen“:

Im Strandclub an der Spree soll der Internationale Frauentag zum fünften Mal zu einem musikalischen Höhepunkt des Jahres gemacht werden. Das Musikfestival „Jenseits von Nelken und Pralinen“ ist – Gender egal – offen für alle. Zum Line-up gehören internationale Musiker*innen: das Beatbox-Team BURD, sibirischer HipHop von MC Lentos & Dym, Illustre (Rap), JazzWoman (Rap bis Salsa) und Kaleo Sansaa (Soul, Jazz).

Yaam, An der Schillingbrücke 3, Friedrichshain, yaam.de


Frauentag in Berlin: Die Crew des BRLO Brwhouse veranstaltet einen Frühschoppen.
Foto: BRLO

Mit Frauen brauen: Frühschoppen und Brunch im BRLO Brwhouse

Beim zweiten Frühschoppen und Brunch im BRLO zum Internationalen Frauentag wird erstmals das Wheat Ale „Thees Boots Are Made For Working“, das in Kooperation mit der Pink Boots Society, Berliner Brauerinnen und Frauen aus der Craft-Beer-Szene entstanden ist, ausgeschenkt. Zudem sind alle Brauereitouren für Frauen kostenlos, und Brauerinnen stehen für Fragen rund ums Bier zur Verfügung.

BRLO Brwhouse, Schöneberger Str. 16, Kreuzberg, 8.3. ab 11 Uhr, Tel. 55 57 76 06, brlo-brwhouse.de


Zu Techno in den Frauentag tanzen

Wer könnte für einen Frauentags-Rave eher prädestiniert sein als das Team von Frauengedeck? Seit bereits fünf Jahren setzt sich das Kollektiv für die Belange weiblicher DJs ein – und Partys schmeißen können sie auch. Mit Esther Duijn (Foto), Viktoria und Sabine Hoffmann sind gleich drei Top-Acts angekündigt. Musikalisch dürfen Gäste einen bunten Mix erwarten, zwischen schnellen Beats und melodischer Bass-Ästhetik. Für alle, die lieber an einem anderen Wochenende feiern gehen wollen, haben wir hier einen Überblick über die besten Clubs der Stadt.

Zur Klappe, Yorckstr. 2, Kreuzberg, 7.3., 0 Uhr, zurklappe.org

Das Bode-Museum veranstaltet am Frauentag in Berlin eine besondere Führung und Diskussion: Student*innen der TU Berlin diskutieren über Frauendarstellungen.
© Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Reinhard Saczewski

Bilder von Frauen und Frauenbilder im Bode-Museum

„Müssen Frauen nackt sein, um ins Metropolitan Museum zu kommen?“ – Diese Frage stellte die Gruppe Guerrilla Girls 1985 in New York City. Frauen sind in Museen vor allem als Aktdarstellungen präsent. Das Bode-Museum, in dem religiöse Themen ohnehin allgegenwärtig sind, hat gerade deswegen viele Frauendarstellungen, die thematisch durchaus eingeschränkt sind. Am Frauentag reflektiert das Museum seine Sammlung und fragt: Müssen Frauen nackt oder keusch sein, um ins Museum zu kommen? Student*innen der TU Berlin sind im Seminar „Bilder von Frauen und Frauenbilder im Bode-Museum“ der Frage nachgegangen, wer wen wie abbildet. Am Frauentag diskutieren sie die Sammlung mit Besucher*innen.

Bode-Museum Am Kupfergraben, Eingang über Monbijoubrücke, Mitte, 8.3. 14–16 Uhr, 10 Euro, erm. 5 Euro, keine Anmeldung erforderlich, Tel. 266 42 42 42, smb.museum


Zur sexpositiven Party WET ins ://about blank

Für das Wiener Kollektiv WET ist der Frauentag Grund zum Feiern – nämlich auf der sexpositiven feministischen Party im ://about blank. Der Club ist am Sonntag ein Raum für lesbische und bisexuelle Frauen*. Karma She, Alumna des Berliner Förderprogramms Amplify Berlin, wird bei der WET ihren empowernden Elektro-Pop live spielen. Außerdem dabei: Afra, Ace of Diamonds und Ina Kacz.

So 8.3., 14–24 Uhr, ://about blank,
Markgrafendamm 24c, Friedrichshain


Die Geschichte der Frauenrechte im DHM

Angeregt wurde der Feiertag bereits 1910 durch die deutsche Politikerin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin (1857–1933). Sie forderte die Einführung eines Frauentages auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen. Das Deutsche Historische Museum widmet sich am Frauentag dem Kampf um gleiche Rechte und Teilhabe in der deutschen Geschichte. Was wurde bei den Revolutionen 1848 erreicht? Wie wurde das Frauenwahlrecht 1919 erstritten? Zu diesen Themen gibt es thematische Führungen. Und der Eintritt ist für die Ausstellungen am Frauentag kostenfrei. Welche Aktivistinnen uns heute inspirieren, hat Eva Apraku aufgeschrieben.

Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, Mitte, 8.3. 10–18 Uhr, Tel. 20 30 40, dhm.de


Am Frauentag in die Sophiensaele zum Stunt-Ballett

Frauentag in Berlin: das Stück "Tanz" von Florentina Holzinger ist eine der Veranstaltungen, die am Frauentag in Berlin stattfinden.
Foto: Eva Würdinger

Florentina Holzinger macht das Ballett selbst zum Thema ihres Stücks. „Tanz“ mit Frauen zwischen 20 und 80 Jahren nimmt mit einer Mischung aus Martial Arts und Tanztechniken den Drang nach körperlicher Perfektion aufs Korn. Das Zeichensystem Tanz wird aufgebrochen, der Körper wird zum Spektakel. Mit Tradition und eingespielten Vorstellungen von Schönheit hat der Abend nicht viel zu tun – „eine sylphidische Träumerei in Stunts“ lautet der Untertitel. Die Produktion der freien Szene ist zum diesjährigen Theatertreffen eingeladen. Und in Zukunft wird man noch mehr von Holzinger sehen, denn der zukünftige Volksbühnen-Intendant René Pollesch wird sie ans Haus holen.

Sophiensaele, Sophienstr. 18, Mitte, Do 5.–So 8.3., 20 Uhr, 25, erm. 15 Euro, sophiensaele.com


Der weibliche Blick in C/O Berlin

Von den drei Fotografinnen, denen C/O drei parallele Ausstellungen widmet, ist Linda McCartney die bei weitem bekannteste. Trotzdem ist vielen nicht bewusst, dass sie schon vor der Hochzeit mit Paul in den USA eine anerkannte Fotografin war, vor allem in der Musikszene. C/O zeigt Polaroids mit privaten und alltäglichen Motiven. Sophie Thun (in der Ausstellung „Extension“) hat den weiblichen Blick auf den eigenen Körper im Fokus. Aber die große Entdeckung ist Francesca Woodman (1958–1981), die zumindest in Deutschland eher unbekannt ist. Auch sie thematisiert den weiblichen Körper und baut Bezüge zu einer übernatürlichen, traumverlorenen Welt auf.

C/O Berlin, Hardenbergstr. 22-24, Charlottenburg, 7.3.–6.6., tgl. 11–20 Uhr, 10/ erm. 6 Euro, co-berlin.org, Wir verlosen Freikarten für die Ausstellungen.

View this post on Instagram

#FrancescaWoodman⁠ Opening on Friday, March 6 at 07:00 p.m.⁠ With DJ @aledenegri ⁠ ⁠ Through her use of familiar historical motifs from culture, art, and photography, Francesca Woodman explores women’s numerous roles—the ingénue, the beauty, the seductress, but also the universal feminine as a medium for spiritualism and art. The photographs nevertheless retain a deeply personal and intimate quality, which is intensified through the use of predominantly small formats. Virtually unknown in her lifetime, Francesca Woodman today belongs to the canon of artistic photography and is recognized, along with Claude Cahun and Cindy Sherman, as one of the strong female voices in photography in the second half of the twentieth century.⁠ The exhbition was organized by @modernamuseet.⁠ ⁠ Part of exhibition Francesca Woodman . On Being an Angel ⁠ on view until June 06, 2020⁠ @francesca.woodman⁠ ⁠ On Being an Angel #1, Providence, Rhode Island, 1977 © Francesca Woodman / Estate of Francesca Woodman / Charles Woodman / Artists Rights Society (ARS), New York / VG Bild-Kunst, Bonn 2020⁠ ⁠ #coberlin #coberlinmoment #femalegaze #OnBeingAnAngel #visit_berlin #photographyinBerlin

A post shared by C/O Berlin (@coberlin) on


„Ich brauche eine Genie Vol. 11“

Der Geniebegriff ist eng verknüpft mit der Vorstellung von unfassbar talentierten Männern. Die Reihe „Ich brauche eine Genie“ holt seit vier Jahren die weibliche Form ins Wort. Zum Frauentag lesen Mieze Katz (die weit oben auf unsere Liste der 100 besten Berliner Musikerinnen rangiert) und FaulenzA unter kämpferischen Titeln wie „Reclaim the stage!“ und „Face it!“. Mit Musikbeiträgen treten live unter anderem Oxy Music und Adi Amati auf.

Kantine am Berghain, Rüdersdorfer Str. 70, Friedrichshain, 20 Uhr, berghain.berlin


Frauentag in Berlin: das Stück "Measure for Pleasure" am Theater Hebbel am Ufer läuft am 8.3.
Foto: Philip Frowein

„Measure for Pleasure“ im HAU

Benny Claessens ist derzeit am Maxim Gorki Theater in Falk Richters „In My Room“ zu erleben, das sich mit alten und neuen Männlichkeitsbildern auseinandersetzt. Seine eigene Regiearbeit „Measure for Pleasure“ ist keine zahme Komödie: Teresa Vittucci und Rob Fordeyn verkörpern Figuren, die an einer höheren Mädchenschule lernen sollen, sich den Regeln des Patriarchats zu unterwerfen. Dabei dekonstruieren sie genüsslich und mit zahlreichen Theorie-Bezügen den von Männern geschaffenen Mythos Frau. Ohnehin gelten auf der Bühne keine Regeln mehr – stattdessen herrscht das Lustprinzip.

HAU 3, Tempelhofer Ufer 10, Kreuzberg, 8.3., 19 Uhr, hebbel-am-ufer.de/


Singen und Grölen im Metropol

„Sing mit! Zum Weltfrauentag“ heißt es im Metropol. Das große Theater am Nollendorfplatz, das als Disco und Veranstaltungsort wiederbelebt wurde, schafft die besten Voraussetzungen für gemeinsames Singen – oder eben Grölen. Zu Lieblingsliedern von Aretha Franklin, Tina Turner oder Sarah Conner können die Besucher*innen ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Unterstützt wird das Event durch Live-Vorsänger, Chöre und Bands. Die Lyrics werden auf großen LED-Wänden und Screens auf der Bühne angezeigt. „Ich kann den Text nicht“ zählt also nicht als Ausrede.

Metropol Nollendorfplatz 5, Schöneberg, 18 bis ca. 20.30 Uhr, Einlass ab 17 Uhr, 19,90 Euro, https://metropol-berlin.de, https://singmitberlin.de

Mehr über Cookies erfahren