Konzerte & Party

Factory Floor im Berghain

Factory Floor

Der Name sagt alles. In der Musik von Factory Floor erkennt man schnell eine Schwäche für die unfertig und kratzig produzierten Klänge des englischen Labels Factory Records und seinen bekanntesten Bands Joy Division und New Order. Nicht nur das, Sängerin/Gitarristin Nik Colk, Keyboarder Dom Butler und Schlagzeuger Gabe Gurnsey haben auch schon Kontakt mit einem Musiker aus dieser Zeit aufgenommen. Sie haben einfach mal zwei ihrer Tracks an Stephen Morris mit der Bitte um Kenntnisnahme geschickt. Der Drummer von New Order war von ihrer „beunruhigenden Discomusik“ begeistert und remixte fix den Track „Wooden Box“. Auf ähnliche Weise ließ sich Chris Carter (Throbbing Gristle, Chris & Cosey) einspannen. Factory Floor operieren mit simplen, zum Teil primitiven, sich ins Gehirn bohrenden elektronischen Riffs, die man von Giorgio Moroder, „Blue Monday“ oder „Los Niсos Del Parque“ kennt. Manchmal kommt Colks kalte und distanzierte Stimme und vielleicht etwas Klöppeln und Zischen hinzu, das war es auch schon. Dabei bleiben sie stets kompromisslos minimal und nötigen dem Hörer so eine körperliche Reaktion ab. Nach mehreren EPs und Singles haben die Londoner vor Kurzem ihr Debütalbum veröffentlicht: Unbarmherzig attackieren rasende Rhythmen, nörgelnde Synthesizer und aus dem Off kommende Gesangsfetzen. Aber das ist richtig so. Factory Floor lassen Reibungsflächen zu, die man bei anderen elektronischen Produktionen nicht so ohne Weiteres findet.

Text: Thomas Weiland

Foto: [PIAS] Cooperative

CTM.14 Prelude mit Factory Floor, Hyetal, East India Youth u.a., Berghain, Fr 11.10., 21 Uhr, VVK 18 Ђ zzgl. Gebühr

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