Konzerte & Party

Miss Kittin im Weekend

Miss Kittin

Ihren französischen Akzent wird sie nicht los. Will sie auch gar nicht. Denn zusammen mit dem unterkühlten und leicht gelangweilt klingenden Sprechgesang gehört er zu Miss Kittins Markenzeichen. Anfang der Nullerjahre wird sie mit ihrem Kollegen The Hacker zur Symbolfigur des Electroclash-Hypes. Dancefloor-Smasher wie „1982“ und „Frank Sinatra“ machen die beiden Franzosen international bekannt. 2004 veröffentlicht Miss Kittin ihr erstes Soloalbum „I Com“, das bereits deutlich weniger Retro-Appeal hat als die gemeinsamen Mixes mit The Hacker. Zum gewohnten Minimal Sound treten nun Detroit Techno, Deep House und Electropunk. Ruhige, sphärische Tracks wie „Kiss Factory“ funktionieren aber auch unabhängig von der Tanzfläche. Zu jener Zeit lebt sie in Berlin, in der Nähe vom Weekend, und ist quasi nonstop am Auflegen. Burn-out-geplagt beschließt sie schließlich, die Hauptstadt zu verlassen, und zieht wieder nach Frankreich, um in Ruhe ihre zweite Platte aufzunehmen. 2008 meldet sich die DJane zurück und trotz der optischen Metamorphose zur Gothic-Braut mit tätowierten Armen bleibt sich Miss Kittin auf „Batbox“ musikalisch weitestgehend treu. 80-Jahre-Synthie-Klänge sind da zu hören, aber auch feinsinnige House-Balladen, düstere Wave-Songs im De­peche-Mode-Stil oder Electro-Rock-Nummern mit analogem Bass. Ihr eigentümlicher Sprechgesang ist inzwischen fester Bestandteil jedes Tracks. Miss Kittins Gigs werden dadurch zu einer Mischung aus Live-Performance und DJ-Set. Während die eine Hand an den Reglern dreht, greift die andere zum Mikro, gerne auch mal für ihre anzüglichen Publikums-Flirts.

Text: Henrike Möller

Foto: Marc Zaffuto

Miss Kittin, Weekend, Fr 28.12., 23 Uhr, AK 15 Euro

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