Konzerte & Party

Nova Heart im Haus der Kulturen der Welt

Nova Heart

Helen Fengs Geschichte spielt zwischen zwei Kontinenten. Nachdem ihre Familie in den frühen 80er-Jahren dem Traum vieler chinesischer Studenten folgte und nach Amerika auswanderte, musste sie erst den Weg zurück in ihre Heimat finden, um sich zu verwirklichen. Aus relativ guten Verhältnissen in Peking kommend, stellten die Fengs nach ihrer Ankunft bald fest, dass die viel proklamierte Gleichheit nicht für chinesische Migranten galt. Dennoch war ihnen die musikalische Ausbildung ihrer Tochter wichtig und Helen lernte von Kindesalter an Klavier. Später kam eine Ausbildung in Operngesang dazu. Rückblickend sagt Helen über diese Zeit, dass sie gelernt hat, Dingen mit mehr Vorsicht zu begegnen. Das sei auch ihre Aufgabe als Musikerin: „Ich habe gelernt, dass man alles hinterfragen muss, und will deshalb mit meiner Musik genauso zum Nachdenken und Fragenstellen anregen.“ Statt „schlecht bezahlte Assistentin eines Musikproduzenten für beschissene Popmusik“ zu werden, beschloss Helen 2002 von L. A. nach Peking zu ziehen, um bei MTV zu moderieren. Hier nahm die Erfolgsgeschichte ihren Anfang. Neben Musikprojekten wie der Indie-Band Ziyo, welche sie in ganz China bekannt machte, wurde Feng als Moderatorin der bekannten Radiosendung „The Rockshow“ zu einer der wichtigsten lokalen Kommentatoren und Förderer neuer Musik. So hat sie auch die Agentur FakeMusicMedia mitbegründet, die chinesische und nicht-chinesische Bands wie die Berliner Musiker von Brandt Brauer Frick, Jeans Team oder Puppet Mastaz im Portfolio hat. Nova Heart ist nun Helen Fengs lang ersehntes Solo-Projekt, das düstere Discobeats mit ätherischem Popgesang vereint. Wegen ihres selbstbewussten, energiegeladenen Auftretens wird Helen auch „weiblicher Jim Morrison“ oder „Chinas Blondie“ genannt. Zuletzt war sie mit Nova Heart auf internationalen Festivals unterwegs, dem renommierten South by Southwest, c/o pop und im französischen Rйunion zum Sakifo Festival. Für Helen sind es vor allem die Reisen, die sie bereichern und zu ihrer Musik inspirieren. Bei ihrem Besuch in Rйunion war sie beeindruckt von der lokalen Voodoo-Musik. Sie kannte diese bereits von ihren Nachbarn in Louisiana, wo sie zeitweise aufgewachsen ist, und möchte die Rhythmen neben mehr Rock-Elementen in ihre neuen Songs einarbeiten. Ob Voodoo-Grunge oder Italo-Shoegaze-Electro-Pop, man darf gespannt sein auf ihren Auftritt im Rahmen des Wassermusik-Festivals.

Text: Siyuan He

Foto: Liang Du

Nova Heart, Haus der Kulturen der Welt, Fr 9.8., 20.30 Uhr, VVK: 10/8 Euro

Das Wassermusik-Festival läuft bis zum 11.8.

www.hkw.de

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