Konzerte & Party

Fucked Up im SO 36

fucked_upTiefer gehende Erklärungen braucht diese Band nicht zu liefern, ihre punkgemäße General-Absage haben Fucked Up aus Toronto schon in ihrem Namen verankert. Hohe Chartpositionen und Letterman-Shows werden ihnen allein schon deshalb verwehrt bleiben. Dafür kann die Truppe um Wuchtbrumme Damian Abraham aber so ziemlich tun und lassen, was sie will: Abraham darf sich etwa nach Herzenslust hässlich gebärden, seine haarige Brust mit denen der Fans in der ersten Reihe reiben. Der Stooges­-Fan kann auch mal eine Flötenmelodie mit seinem Hardcore-Gebell verkuppeln oder einen Song zusammen mit Feingeist Owen Pallett aufnehmen. Oder er bringt mit Fucked Up eine Platte raus wie ihre jüngste, die Anfang Juni erschien. Darin geht es um einen jungen Sinnsucher aus der englischen Arbeiterschicht zur Zeit der Siebziger. „David Comes To Life“ heißt der Brocken, der es auf 80 Minuten bringt und damit andere Punkrock-„Opern“ – beispielsweise von Green Day oder My Chemical Romance – rein längenmäßig auf die hinteren Plätze verweist. Das Ergebnis klingt infektiöser, als es auf dem Konzeptpapier klingt: Die tief in Gitarrenharmonien badenden Songs sind mitreißend und energisch, sie erinnern an hart gebürsteten College Rock а la Hüsker Dü. An Henry Rollins‘ geballte Dringlichkeit denkt man zudem, wenn Abraham den Fortgang der Saga aus brüllender Kehle vorträgt. Der Abteilung „Konzeptalbum“ haben Fucked Up damit jedenfalls einen Frischeschub verpasst.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Daniel Boud

Off! & Fucked Up SO 36, Di 16.8., 21 Uhr, VVK: 19,40 Ђ 

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