Konzerte & Party

Futter für die Ohren

Beady Eye: BEMehr Spielfreude
In einem Interview mit dem „Q“-Magazin hat Liam Galla­gher erklärt, dass er wahrscheinlich aufhören werde, wenn sich das neue Album als Flop herausstellt. Nanu – hört man da etwa Verletzlichkeit heraus? Sorgen muss sich der kleinere Bruder aber nicht machen. Er und die Resterampe von Oasis haben sich dieses Mal angestrengt. Unter der Regie von Dave Sitek (TV On The Radio) experimentieren sie mehr mit ihrem Sound. „Soul Love“ wird von einem trippigen Groove angetrieben. Generell finden Beady Eye plötzlich Gefallen an Dingen, die nichts mit immer demselben traditionellen Gitarrenrock zu tun haben. Mal staunt man über einen kräftigen Bläsereinsatz, mal über lange psychedelische Outros. Die Qualität der Songs leidet unter der neuen Spielfreude keineswegs, wie „Second Bite Of The Apple“ oder „Iz Rite“ zeigen.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Beady Eye, BE (Columbia / Sony Music)

 

Cäthe: Verschollenes TierCharakterstark
Die Harmonien zu Pop-untypisch, die Melodieführung zu eigenwillig, das Zusammenspiel zwischen Gesang und Text zu ungelenk. Auch auf Cäthes zweitem Album gibt es keinen Song, den man auf Anhieb mitsingen könnte. Zum Glück. Obwohl weniger störrisch und stürmisch als zuvor, legt die Hamburgerin mit „Verschollenes Tier“ erneut ein charakterstarkes, intensives Blues-Rock Album in Liedermacher-Manier vor, das ihre komplexe Persönlichkeit auf gelungene Weise nach außen trägt. Während Cäthe in Tracks wie „Leute“ gewohnt leidenschaftlich und röhrig durchs Rock-Metier poltert, zeigt sie in ruhigen Songs, wie der melancholischen Big-Band-Nummer „Funken“, dass sie auch in sanften Klangwelten überzeugen kann.

Text: Henrike Möller

tip-Bewertung: Hörenswert

Cäthe, Verschollenes Tier (Sony Music / DEAG Music)

 

Empire Of The Sun: Ice On The DuneVolloffensiver Electro-Pop
Oberflächlich betrachtet gibt es ein paar Dinge, die dieses Duo nicht so sympathisch erscheinen lassen. Da wäre einmal der Hang zu märchenhaften Traumkulissen, durch die Luke Steele und Nick Littlemore ständig mit kitschigen Kostümen kreisen. Außerdem gehen sie bei der Kolorierung ihres Electro-Pops nicht gerade zurückhaltend vor. Sie lieben groß aufgezogene Hymnen und einen geradezu ins Gesicht schlagenden Optimismus. „Loving every minute cause you make me feel so alive“, singen sie. Da fühlt man sich als Hörer gleich gut. Zumal Steele und Littlemore keine Umwege mehr gehen. Ihr Debüt „Walking On A Dream“ überzeugte ja nur zur Hälfte. Dieses Mal kennen sie kein Halten mehr. Mit jedem Song gehen sie den geraden Weg zur Melodie. Die beiden sollten sich als Luftkurort anmelden.

Text: Thomas Weiland

tip-Bewertung: Hörenswert

Empire Of The Sun, Ice On The Dune (Capitol / Universal)

Mehr über Cookies erfahren