Konzerte & Party

Ghostpoet im Magnet

Ghostpoet

Nicht lange her, als Obaro Ejimiwe alias Ghostpoet noch täglich from nine to five jobbte; er bewachte Gebäude, ordnete Akten in der Londoner Uni oder hockte im Callcenter. Seine Musik schob der Rapper an die Ränder des Tages, und so klangen die ersten beiden Alben auch: die Stimmung unruhig bis melancholisch, die Beats roh, Ejimiwes zimmer-lautes Sprechsingen eigenwillig verschleppt.
Von fern erinnerte das an einen Mix aus rotzigen Grime-Storys und den Textkaskaden eines Tricky. Für sein Debüt erntete Ghostpoet 2011 eine Nominierung für den wichtigen Mercury-Preis. Sein neues Album konnte er nun erstmals ohne zusätzlichen Day-Job realisieren. Auf „Shedding Skin“ tauscht er die abgenagten Laptop-Sounds der Anfänge gegen ein dehnbareres, von Bass und Effektgitarren geprägtes Klangbild ein. Der Raum wirkt weiter, Ejimiwes Stimme stärker – wenn auch alles andere als hell. „Yes, I Helped You Pack“ heißen die Songtitel sarkastisch, „Sorry, My Love, It’s You, Not Me“ oder „That Ring-down-the-Drain kind of Feeling“. Man denkt an tragisches Kino und an einen Protagonisten, der am Ende allein durch die Straßen streunt.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Ken Kaban

Ghostpoet, Magnet, Falckensteinstraße 48, Kreuzberg, Do 7.5., 21 Uhr, VVK: 17 Euro zzgl. Gebühr

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