Konzerte & Party

Giant Sand im Lido

Giant Sand

Berlin ist für Howe Gelb ein heiliger Ort. Von hier kam der Mann, der ihn 1976 auf die Bühne lockte, und dem er 20 Jahre später mit Emmylou Harris, Robert Plant, PJ Harvey u.a. ein Tribute-Album widmete: „The Inner Flame – A Rainer Ptacek Tribute“. Von Rainer lernte er die Slide-Guitar und den Blues, die Hingabe und zeitliche Entgrenzung. Heute, 13 Jahre nach dessen Krebstod, ist die Freundschaft noch immer präsent, denn Giant Sand, Howes unverwüstliche Wüstenrockband aus Tuscon, Arizona, deren unbestrittenes Zentrum er ist, zelebriert mit einer wahren Großoffensive ihr 25-jähriges Recordingdasein.
Bis 2012 werden alle Giant Sand-Platten remastert und wiederveröffentlicht. Ein Mammutprojekt, aus dem sich Gelb raushält, akribische Studioarbeit ist nichts für den Bauchmenschen. Der hat lieber ein neues Album mit Giant Sand eingespielt, das schläfrig stimmungsvolle „Blurry Blue Mountain“, und er hat neuerdings auch seine Liebe zum Flamenco entdeckt, die er mit dem Spanier Raimondo Almador auslebt –  ein Pionier der Verbindung von Flamenco mit Blues.
Wirkt Howe Gelb persönlich auch oft schluffig und unfokussiert, und möchte man ihm auch eine verpasste Großkarriere im Stil eines Neil Young vorhalten, so lädt seine Musikalität und Menschlichkeit eher zum Entspannen und Versöhnen ein. Wie der geglückte Entwurf einer besseren Welt.

Text: Christine Heise

tip-Bewertung: Fanveranstaltung

Giant Sand, Lido, Mi 24.11., 21 Uhr, VVK: 22 Euro

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