Konzerte & Party

Girls in Hawai

„Here comes the sun“, frohlocken Girls In Hawaii in einem ihrer neuen Songs. Das klingt verdammt einladend, hat aber nichts mit dem alten Beatles-Song zu tun. Girls In Hawaii sind mit dem Gesamtwerk der Fab Four vermutlich bestens vertraut, aber in ihren Tracks stecken weit mehr Einflüsse. Man entdeckt Spuren von französischem Chanson, erkennt die elektronische Sanftmut von Air und den gedankenverlorenen Indie-Rock von Bands wie Grandaddy. Und wenn es um Sonne geht, sind natürlich auch die Beach Boys nicht weit. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, man stehe ausschließlich vor einem riesigen Zitatenschatz.
Girls In Hawaii verarbeiten Echos eigener und fremder Ideen zu einem Traumpop, der sich provozierend scharf von der Hektik unserer Zeit abgrenzt. Nichts erinnert hier an die Betriebsamkeit einer mobilen Gesellschaft, die sich auf Flughäfen, Autobahnen oder Datenhighways ein zweites Zuhause einrichtet. Die belgische Band lässt den Hörer vielmehr daran glauben, er stehe im Wald. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn das zweite Album „Plan Your Escape“ wurde in den Ardennen aufgenommen. An einem Ort, der weit genug weg von der Bürokraten- und Pendlerstadt Brüssel liegt, in der die Bandmitglieder meistens leben. Dort, wo sich Fuchs und Hase normalerweise „Gute Nacht“ sagen, haben die fünf Girls (die eigentlich Boys sind) zu einer Ruhe gefunden, die man braucht, um fantasievollen und fesselnden Pop abseits ausgetretener Pfade zu machen. Thomas Weiland
Fanveranstaltung 3
3 Girls In Hawaii + Moriarty,
Lido, Fr 25.4., 21 Uhr, VVK: 11 ?
Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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