Konzerte & Party

Gisbert zu Knyphausen

Gisbert zu KnyphausenGisbert zu Knyphausen gibt zu regen Debatten Anlass, die sich immer um dieselbe Frage ­drehen: Soll man einem Mann zuhören, der die Möglichkeit hatte, von seinem Vater ein gut gehendes Weingut im Rheingau zu übernehmen, sich dann aber doch für sein Künstlerherz entschied und deutscher Liedermacher wurde? Die Pop-Kritik mag Leute, die Zeit ihres Lebens nur gelitten haben. Und es gibt nicht wenige, die bei Liedermachern an Biermann, Degenhardt oder Wader denken und folglich an verrauchte Diskussionsrunden in altlinkem Ambiente. Die Folge: Gisbert zu Knyphausen polarisiert. Einige schweigen ihn einfach tot. Andere werden albern und ziehen falsche Vergleiche (Reinhard Mey). Wieder andere lieben ihn. Sie haben dafür gesorgt, dass das zweite Knyphausen-Album „Hurra! Hurra! So nicht“ knapp die ersten Zehn der deutschen Charts verfehlte.

Dieser 31-jährige Barde klammert sich an keine Tradition. Mit seiner nun fest integrierten Band, singt er – manchmal aufbrausend – gegen das Grau unseres Alltags an und fordert: „Wir brauchen einen neuen Anfang!“ Knyphausen hat auch Lieder im Programm, die mit ihrer beschwingten Art an das erinnern, was man früher an Roddy Frame von Aztec Camera so gerne mochte. Ab und zu wird er auch mal flapsig: „Ach, fick Dich ins Knie, Melancholie, Du kriegst mich nie klein.“ Nimmt man das alles zum Maßstab, kann es nur eine Antwort geben: Ja, man sollte Gisbert zu Knyphausen zuhören.

Mehr über Cookies erfahren