Konzerte & Party

Glass Animals im Bi Nuu

Glass Animals

Bands aus Oxford halten zusammen. Colin Greenwood etwa, Radiohead-Bassist, outete sich früh als Fan und Förderer der lokalen Newcomer Glass Animals. Kein Wunder, klingt das Quartett doch so, als zähle Radioheads „Kid A“-Album zur eigenen musikalischen DNA. Verkuppelt mit lasziv schleppenden R’n’B-Beats und wohnzimmerlautem männlichen Soul-Falsett gehört das Debütalbum der Band zum Sinnlichsten, was es derzeit aus England zu hören gibt: Aus Songs wie „Black Mambo“ oder „Hazey“ scheinen förmlich Schweißperlen zu rinnen, das warme Klanggeflecht im Hintergrund wirkt undurchsichtig und organisch wie ein Treibhaus – wie gemacht für laue Festivalnächte. Kein Wunder, dass der Oxford-Vierer den Sommer über ausgebucht ist. Dabei war es bis vor Kurzem gar nicht klar, ob die Band nicht bloß ein Feierabendspaß von Bandkopf Dave Bayley bleiben würde. Der wollte ursprünglich Arzt werden und nahm nach dem Praktikum in der Psychiatrie nachts zur Entspannung erste verwunschene Tracks auf, die er mit drei alten Schulfreunden hin- und hermailte. Als sich aber Starproduzent Paul Epworth persönlich nach einem lokalen Gig meldete – sonst zum Beispiel für Adele tätig – hängte Bayley seine Arzt-Ambitionen doch noch an den Nagel.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Liam Cushi

Glass Animals, Bi Nuu, im U-Bhf. Schlesisches Tor, Kreuzberg, Do 26.3., 21 Uhr, ausverkauft

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