Konzerte & Party

Glasvegas im Magnet

Glasvegas

Würde man die größten Enttäuschungen des Jahres 2013 auflisten, hätten Glasvegas mit ihrem Album „Later … When The TV Turns To Static“ gute Chancen auf einen vorderen Platz. Was für langweilig leiernde Litaneien! Hervorgebracht von einer Band, die fünf Jahre zuvor nach Veröffentlichung ihres ersten Albums noch als große Hoffnung des Rock’n’Roll gefeiert wurde. Die Euphorie hatte ihre Berechtigung. „Glasvegas“ war ein großartiges, von Elvis Presley, Phil Spector und The Jesus & Mary Chain beeinflusstes Noise-Pop-Opus, in dem viel Drama und Herzblut steckte. Danach lief alles aus dem Ruder. Sänger James Allan musste unter anderem wegen einer Kokain-Überdosis behandelt werden. Das zweite Album „Euphoric Heartbreak“ konnte dann die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Zu viel Bombast, zu wenig Substanz. Die Plattenfirma Columbia reagierte auf schlechte Verkaufszahlen mit dem Rauswurf. Da kann man schon verstehen, dass die stets in Schwarz auftretenden Herren mittlerweile der Mut verlassen hat. Ihren Songs fehlt jetzt das gesunde Maß an Übertreibung, der Ausdruck von Sehnsucht nach einer besseren Welt und vor allem der Schwung. Trotz der Rückschläge zweifelte Allan aber nicht an grundsätzlichen Qualitäten: „Diese Band besitzt besondere Eigenschaften. Eine davon ist ihre Zielstrebigkeit, die für mich besonders im Song ‚Daddy’s Gone‘ zum Ausdruck kommt. Es steckt so viel Kraft in dieser Nummer, sie ist ein Klassiker einer ganzen Generation.“ Da liegt er nicht so falsch. Allerdings hat die Sache auch einen Haken. „Daddy’s Gone“ ist als Single schon Ende 2007 erschienen.

Text: Thomas Weiland

Foto: Sony Music

Glasvegas, ?Magnet, Di 28.1., 21 Uhr, VVK 18 Euro zzgl. Gebühr

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