Konzerte & Party

Godspeed You! Black Emperor

Godspeed You! Black Emperor
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Sie sind erwacht. Vor zwei Jahren schon blinzelten Godspeed You! Black Emperor nach langer Ruhephase und spielten wieder Konzerte. Nun haben sie sich den Schlaf so richtig aus den Augen gerieben. „Allelujah! Don’t Bend! Ascend!“ heißt ihr neues Album, das erste seit 2002. Mit dem Titel bringt das vielköpfige Kollektiv aus Montreal sein bisheriges Schaffen ziemlich gut auf den Punkt:

Um überkommene Strukturen hat man sich nie geschert, es geht gar die Rede, GY!BE seien Anarchisten. Tatsächlich finden sich in den Liner Notes ihrer Platten explizit politische Statements, und mit selbst gekritzelten Diagrammen verwiesen sie einst auf die Beziehungen zwischen der Musik- und Rüstungsindustrie. Dem üblichen Marketingzirkus mit all den Interviews, Fotosessions und Videos haben sich GY!BE dann auch recht konsequent verweigert. Und wenn sie doch mal redeten, dann über die konsumistische Dimension ihrer Shows, die damit verbundenen Selbstzweifel oder aber die Polizeigewalt in ihrer Heimatstadt.

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen dieser sperrigen Attitüde machten sich GY!BE in den späten Neunzigern relativ schnell einen Namen. Die Marktschreier vom NME sprachen damals gar von „der letzten großartigen Band der Dekade“. Tatsächlich waren die Kanadier maßgeblich daran beteiligt, das in die Mitte der öffentlichen Aufmerksamkeit zu hieven, was heute unter dem Etikett Post-Rock firmiert: Ihre Songs sind keine Lieder, sondern raumfüllende Klangcollagen ohne Gesang, in denen Gitarren, Bass, Schlagzeug sowie ein Haufen weiterer Instrumente miteinander verschmelzen.

Text: Roy Fabian

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