Konzerte & Party

Gogol Bordello im Huxleys

Gogol BordelloEs ist eine krude Mischung, die Gogol Bordello den Hörern da ins Ohr peitschen. Mit wahnwitzigem Tempo rast der multikulturelle Zug der New Yorker Band am Hörer vorbei, reißt ihn mit und lässt ihn anschließend ebenso gepackt wie fragend zurück. Schon immer konnte die neunköpfige Gruppe um den gebürtigen Ukrainer und Frontmann Eugene Hütz auf eine Vielzahl von Einflüssen zurückgreifen. Mit hartem osteuropäischem Zungenschlag transportiert der 38-Jährige mit Stirnband, zotteligem Schnurrbart und ebensolchen Haaren die Musik, die mit charakteristischen Geigen und Akkordeon nicht nur von seiner Heimat und Roma-Abstammung zeugt, sondern ebenso weitere Stationen seines Lebens einschließt. Das aktuelle Album „Trans-Continental Hustle“ könnte somit nicht besser benannt sein. Ist es doch eine farbenfrohe Mischung temporeicher Offbeats mit Einflüssen von mindestens vier Kontinenten.
Erstmals arbeitete die Band für das Album mit Produzent Rick Rubin zusammen. Der verlieh der kreativen Überdrehtheit im Studio eine neue Linie. Das auf der Bühne zelebrierte vermeintliche Chaos aus Punk, Rock, Ska und traditioneller Musik der Roma lenkte er in geordnetere Bahnen. Die Kraft hat Rubin der Musik jedoch nicht genommen. Im Gegenteil: Das Album gibt einen guten Eindruck davon, dass mit der Arbeit im Studio lediglich der Bogen gespannt wurde. Nun wartet er darauf, auf Tour das unbezähmbare Chaos abzufeuern.

Text: Nadine Kleber

Gogol Bordello, Huxleys, Do 9.12., 20 Uhr, VVK: 27,55 Euro

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