Konzerte & Party

Gonzales

Obwohl sich der kanadische Multiinstrumentalist in seiner Wahlheimat Paris seit seinen Arbeiten für Feist, Jane Birkin und Katerine kaum mehr vor Produktionsaufträgen retten kann, sah er erst einmal den Zeitpunkt für ein neues Gonzales-Album gekommen. Zwar haben sich die Wogen, die er mit „Piano Solo“ im Hochkulturbetrieb entfacht hat, auch nach vier Jahren nicht geglättet. Doch mit dem Image eines „Satie der Jetztzeit“ will sich der 36-Jährige nicht begnügen und liefert nun mit „Soft Power“ quasi das männliche Pendant zu den Feist-Bestsellern. Deren Grammy-Nominierungen bewogen ihn, sich eingehender mit der Geschichte dieses Preises zu beschäftigen. Dabei entdeckte Gonzales in der Auswahl des Jahres 1978 seine Traumkonstellation.

Und so hat er im „Soft Power“-Booklet alle damaligen 25 Kategorien – vom „Album of the Year“ („Saturday Night Fever“) bis „Best Recordings for Children“ („The Muppet Show“) – aufgeführt und sich mit seinem Langzeitpartner Renaud Letang als „Beste Produzenten“ unbescheiden hinzugefügt. Doch die Finte bringt es auf den Punkt. Denn stünde den beiden eine Zeitmaschine zur Verfügung, so hätte Quincy Jones in dem Team ernsthafte Konkurrenz gehabt: sei es das Disco-Instrumental „Let’s Ride“ mit dem energischen Klavieranschlag а la Four Seasons’ „Oh, What A Night“, sei es die an Chicago angelehnte Softrockballade „Map Of The World“ oder die an Frank Zappa erinnernde Up-Tempo-Nummer „Working Together“ – alle Facetten des US-amerikanischen Hochglanzpops der Spätsiebziger werden auf „Soft Power“ abgedeckt. Auf die Live-Premiere in Quintettbesetzung (u.a. mit Mocky und Katie Moore) darf man gespannt sein! Markus von Schwerin

Verlässlich gut

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