Konzerte & Party

Good Charlotte im Huxleys

Good Charlotte

Es klingt ein wenig wie der wahr gewordene amerikanische Traum: Triste Kindheit in den ärmlichen Verhältnissen einer US-Vorstadt, der Vater lässt die Mutter sitzen und aus Langeweile beginnen die beiden Zwillingsbrüder Benji und Joel Madden irgendwann, im eigenen Kinderzimmer Musik zu machen. Es folgen der erste Auftritt in irgendeinem Keller vor 20 Freunden und Bekannten, der Gewinn eines Nachwuchsfestivals, erste Unterstützung lokaler Radiostationen und schließlich der Major-Deal bei Sony.
Der Geschichte des Aufstiegs von Good Charlotte klingt ähnlich glatt und reibungslos wie so mancher Song des Quintetts. Poppiger Punk, frohgelaunte Mitsing-Refrains und der ein oder andere elektronische Effekt stehen im Kontrast zu den oft schwermütigen Texten der Band über Schulprobleme, Kindheitstraumata, kaputte Familien und andere Gesellschaftsmissstände.
Fünf Alben schwimmen Good Charlotte inzwischen auf der Erfolgswelle. „Wir träumten nur von all dem und jetzt passiert es tatsächlich!“ wird Benji Madden einst zitiert. Das aktuelle Album „Cardiology“ steht seit November 2010 in den Plattenläden und scheint nun ein erster Rückschritt auf der Erfolgsleiter. Von der Presse nicht eben gelobt, verpasste die Band mit dem Tonträger nach vielen Platin- und Goldauszeichnungen für die Vorgängeralben sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks die Top Ten der Albencharts.
Die Punkwurzeln jedenfalls, zu denen man laut Bandaussage mit dem neuen Album wieder zurückkehren wollte, schimmern nur in einzelnen Songs hier und da einmal durch. Ansonsten machen die US-Amerikaner genau da weiter, wo sie mit dem Vorgänger „Good Morning Revival“ aufgehört hatten – bei Musik, die mehr Pop als Punk ist, dennoch (oder gerade deswegen) durchaus ins Ohr geht und nur den Fehler hat, dass sie manchmal ein wenig zu leicht zu verdauen ist.

Good Charlotte, Huxleys, Mi 26.01., 20 Uhr

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