Konzerte & Party

Gov\t Mule im Huxley\s

Gov't MuleDoch Mule-Chef Warren Haynes, 17 Jahre lang Slide-Gitarrist der Allman Brothers, ist kein Fan der Etikette. „Das würde doch auch heißen, dass Kurt Cobain wie Jimi Hendrix klang, bloß weil beide aus Seattle kommen“, spitzt er zu. Am „Southern“-Stempel mag der 50-Jährige zudem den Kult um die Rebel-Flag nicht – Symbol der Konförderierten während des US-Bürgerkriegs. Soul und Blues hat der Mann mit der Heiserkehle seit Kindertagen verinnerlicht, hielt sich an Otis Redding, James Brown oder The Temptations. Von da an betrieb der Mann aus North Carolina vor allem das Studium der Meister: von B.B. King oder Howlin Wolf über Hendrix und Duane Allman. Längst ist Haynes mit Gov’t Mule selbst ein großer Name: mit Soli, die melodisch und dehnbar klingen, oft zur zweiten Gesangsstimme avancieren. An Bass und Keyboard herrscht dagegen reger Wechsel, besonders seit dem Tod von Bassist und Bandmitgründer Allen Woody im Jahr 2000. Das jüngste Mule-Album, „By a Thread“, wurde jetzt mit Neuzugang Jorgen Carlsson an den tiefen Saiten eingespielt. Ein einstündiger Brocken, rau und laut wie ein Live-Mitschnitt. Auch für Improvisation ist wieder Platz – ohne je zum Selbstzweck abzugleiten. Denn wer keinen starken Song hat, braucht sich die Mühe des Freispiels gar nicht machen, findet Haynes. Eine Lektion aus Allman-Brothers-Zeiten.

Text: Ulrike Rechel

Gov‘t Mule, Huxley’s, Mo 21.6., 20 Uhr, VVK: 32 Euro

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