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Grace Jones: „I\ll Never Write My Memoirs“

Grace Jones

1981 begann sie ihren Song „Art Groupie“ mit den Worten „I‘ll never write my memoirs“. Nun hat Grace Jones mit dem britischen Autor Paul Morley eine Autobiografie unter genau diesem Namen verfasst. Sie betont die Abscheu, die sie gegenüber der streng religiösen Erziehung „mit Peitschen und Gebeten“ in ihrer jamaikanischen Heimat empfunden habe. Mit Verve wandte sie sich der hedonistischen Lebensweise zu, die mit dem Model-Leben in Paris und der Rolle der Disco-Queen in New York einherging. Voller Bewunderung erzählt sie von der Zeit im Studio 54 und von der Notwendigkeit, nicht alles mitmachen zu müssen. Das Angebot von Ridley Scott, in „Blade Runner“ mitzuspielen, habe sie abgelehnt. Großartig ist ihre Erinnerung, wie Roger Moore sie bei den Dreharbeiten zum Bond-Film „Im Angesicht des Todes“ gebeten hat, ihn nicht mit so viel Giftigkeit anzustarren. Jones hatte ihrem Ruf als Männerschreck wieder alle Ehre gemacht. Nach dem Comeback mit dem Album „Hurricane“ vor sechs Jahren soll noch nicht Schluss sein. Derzeit arbeite sie mit Sophie Fiennes und Chris Cunningham an neuen Filmen, weitere Musikprojekte schließt sie nicht aus. „Es gibt fehlende Stücke in diesem Puzzlespiel, die ich noch finden muss. Ich plane gerade meinen nächsten Angriff.“

Text: Thomas Weiland

Foto oben: 3FM (Ben Houdijk) / flickr.com / CC BY-NC-ND 2.0

Grace Jones, I‘ll Never Write My Memoirs“ (engl.), Gallery Books, New York, 386 S., 17,95 Euro

I'll Never Write My Memories

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