Konzerte & Party

Grachten-Groove

Gute Musik kann von überallher kommen, auch aus dem holländischen Leiden. Dort kennt man Mark Kneppers schon seit über 20 Jahren als eifrigen Plattensammler und DJ. Im Ausland war er lange eine unbekannte Größe. Was auch daran lag, dass Kneppers es nie mochte, viel Lärm um sich zu machen. „Mir mangelte es einfach am nötigen Selbstbewusstsein. Erst vor etwa sechs Jahren traf ich Leute, die auf Clubsound mit Funk, Soul und vor allem viel Gefühl drin stehen.“ Diese Leute waren DJ-Kollege Wim Plug und Keyboarder Oscar de Jong, mit denen er eine Band gründete, die den schönen Namen Kraak & Smaak trägt.
Das frisch formierte Trio muss­te in der Heimat zunächst gegen eine Mauer der Techno-Ignoranz anspielen. Dafür regte sich etwas in England. Die Betreiber des Londoner Dance-Labels Jalapeсo haben bereits zwei Alben von Kraak & Smaak veröffentlicht. „Plastic People“ ist das neuere und reifere der beiden. Es tendiert zuweilen zum Pop-Appeal von Jamiroquai, wird durch italienische Stimmen und indische Tabla international und gestattet auch mal Ruhepausen. An sich nichts Besonderes, aber Kraak & Smaak wirken beim Darbieten dieser Mischung nicht so verbissen und reißerisch wie andere Tanzunterhalter. „Wir wollen Frauen auf der Tanzfläche sehen, die mit den Hüften schwingen und ihre Hintern zeigen“, sagt Kneppers. Dieser Anblick erfreut ihn noch mehr als das feine Spiel der holländischen Fußballer.

Text: Thomas Weiland

 

Kraak&Smaak im Bohannon

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