Konzerte & Party

Grandmaster Flash im LiveAtDot

Grandmaster FlashNein, mit ihm hatte man überhaupt nicht mehr gerechnet. Grandmaster Flash war ganz klar ein Fall fürs HipHop-Museum. Ein Wegbereiter, der ähnlich wie die Sugarhill Gang oder Kurtis Blow an Einfluss verlor, als jüngere, aggressivere und hungrigere Konkurrenten auf den Plan traten und damit begannen, den Sound aus dem New Yorker Untergrund an die Oberfläche zu spülen. Flash hatte ihnen zuvor mit „The Message“ und „White Lines“ die Lektion auf den Weg gegeben, dass man nicht nur Party-Nettigkeiten von sich geben muss, um Eindruck zu hinterlassen. Sozialkritische Töne tun es auch. Mit dem erbärmlich schwachen Album „On The Strength“ aus dem Jahr 1988 aber waren Flash und seinen Furious Five endgültig Beats und Botschaften ausgegangen. Der DJ verabschiedete sich aus den Aufnahmestudios und ging als 30-Jäh­riger in Frührente. Nur gelegentlich tauchte er auf, ausschließlich mit Mixen.
Doch nun „The Bridge„. Ein volles Album mit neuem Material. Was hätte er sich da vergaloppieren können! Typisches Palaver über real hip hop, übersteigerte Ritsch-Ratsch-Akrobatik an den Plattentellern, womöglich gequälte Updates von alten Hits – hat es alles schon gegeben. Aber der Großmeister stellt sich der Notwendigkeit der Erneuerung. Er tritt als Songschreiber, Produzent und Programmierer in Personal­union auf. Alte Kämpen (KRS-One, Big Daddy Kane), Stars von heute (Busta, Snoop) und eine Reihe von Novizen unterstützen ihn und erinnern an das, was damals war. Bronx, Breakdancer und Boomboxen werden abgefeiert, aber – und das ist entscheidend – immer zum Sound von heute. Zuhören lohnt sich – für Jung und Alt.

Text: Thomas Weiland

Grandmaster Flash, LiveAtDot, Do 2.4., 22 Uhr, VVK: 10 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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