Konzerte & Party

Grizzly Bear im Astra

Grizzly Bear

Druck, Druck, Druck. Alle Bands spüren ihn, wenn sich alles verändert hat und man weiß, dass ein größer gewordenes Publikum sehnsüchtig auf neues Material wartet. Grizzly Bear haben ihren eigenen Weg gefunden, damit klarzukommen. „Wir blenden die Außenwelt beim Schreiben neuer Songs komplett aus. Wir wollen authentisch sein und nicht von vornherein zwanghaft auf etwas hinarbeiten. Aus diesem Grund schotten wir uns an Orten ab, wo es kein Fernsehen, Internet oder Großstadtleben gibt“, erzählt Sänger Ed Droste. Für die Vorbereitung der Aufnahmen zum zweiten Album „Shields“ reiste die Band nach Marfa in Texas, wo sie in einer alten Armeekaserne nahe der mexikanischen Grenze arbeitete. Es dürfte das erste Mal gewesen sein, dass sich eine Rockband dorthin verirrt hat. Und der Ortswechsel brachte den gewünschten Effekt. „Wir sind beim letzten Mal in einer Traumwelt gelandet. Durch die Atmosphäre in Texas sind wir aus den Wolken gefallen und wieder auf der Erde gelandet“, findet Droste völlig zu Recht. Durch größeren Schlagzeugeinsatz und quengelnde Gitarrenakkorde entsteht ein härterer, zum Teil auch düsterer Eindruck. Grizzly Bear sind geradliniger und robuster geworden. Die spielerischen Elemente sind aber geblieben, sie tendieren dieses Mal oft zum Jazz. Droste führt diese Gegensätze auf die besondere innere Struktur in der Band zurück: „Alle vier Mitglieder sind zu gleichen Teilen am Schreiben der Songs beteiligt. Es gibt in dieser Band keinen Leader. Trotzdem kommen wir am Ende immer irgendwie auf einen Nenner.“

Text: Thomas Weiland

Grizzly Bear, Astra Kulturhaus, Mi 31.10., 21 Uhr, ausverkauft

Mehr über Cookies erfahren