Konzerte & Party

Guy Garvey im PBHF-Club

Guy Garvey

Wenn Sänger erfolgreicher Bands ein Soloalbum veröffentlichen, löst das in der Regel Unruhe aus. Steht es womöglich schlecht um die Stammband? Doch Guy Garvey, Kopf von Manchesters Edelmelancholikern Elbow, versichert: Die Hauptband sei wohlauf, sein Alleingang habe eher damit zu tun, dass ihm mit 41 Jahren der Wert der Zeit plötzlich sehr bewusst wird. Es fühle sich besser an, mehr zu arbeiten, auch mal an zwei Projekten parallel. Dazu muss man wissen, dass Elbow berüchtigt sind für ihre Langsamkeit; was mühselig, aber erfolgreich ist: Seit 1990 hat sich die Band zu Englands stilsichersten Hymnenschreibern entwickelt und füllt damit wie beiläufig Stadien. „Courting the Squall“ heißt nun das Solowerk des Sängers, entstanden in nur neun Wochen. Die Songs klingen erfreulich frisch, „Unwind“ etwa ist schlichter, schöner Indie-Blues; anderswo lässt der Mann mit dem Vertrauen erregenden Bariton seiner Jazzliebe freien Lauf, teils fröhlich schräg. Meistens aber bleibt die Stimmung, trotz neuer Band, intim und weich: „Electricity“ etwa ist eine knisternde Retro-Soul-Ode auf moderne Kommunikationswege, passend zu Garveys neuer großer Liebe, eine Fernbeziehung. Die Liebe – ob gescheitert, aufkeimend, unerfüllt – ist der rote Faden; mit der ihm eigenen Verbindung aus Schwermut und trockenem Humor besingt Garvey ihre Varianten.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Universal Music

Guy Garvey, PBHF-Club, Straße der Pariser Kommune 8, Friedrichshain, ?Sa 28.11., 20 Uhr, VVK: 30 Euro zzgl. Gebühr

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