Konzerte & Party

Gwar

Gwar

O weh, die „Scumdogs Of The Universe“ sind wieder da. Da kommen Pest und Vernichtung darnieder, da droht ein großes Schlachtefest und das Verspritzen von Körperflüssigkeiten. Denn die erdachte Legende der Band geht so: Einst erschuf ein wahnsinniges Gehirn ein paar groteske Gestalten. Ihr Auftrag: die Galaxis zu verheeren. Nach Gemetzeln im All wurde der Trupp jedoch auf die Erde verbannt und da sind sie nun. Gwar! Ein Haufen mordlüsterner, wenn auch musikbegabter Matschfratzen, denen das Singen von Liedern wie „Let Us Slay“ oder „Babyraper“ ganz besonders viel Spaß macht, wenn Zuhörer anwesend sind – ist ihr flotter Hard-Rock-Punk doch vor allem live sehr eindrücklich. Wenn Gwar sich und anderen umherspringenden Ungeheuern die Köpfe oder andere Körperteile abreißen, werden die ersten Reihen jedenfalls immer hübsch eingesaut. Dabei ist Dave Brockie, der Mann hinter der Maske von Frontdämon Oderus Urungus, eigentlich ein ganz Lieber. Er glaube an Gandhi, Hippies und die Friedensbewegung, sagte er einmal. Klingt eigentlich nicht nach einem menschenfressenden Außerirdischen. Immerhin saß Brockie Anfang der Neunziger aber schon mal im Kittchen von Charlotte ein, weil den örtlichen Behörden Urungus‘ bizarre Penis­attrappe „Cuttlefish Of Cthulu“ nicht gefiel. Im liberaleren Kreuzberg wird er derartige Übergriffe wohl nicht befürchten müssen, wenn Gwar anlässlich des aktuellen Albums „Lust in Space“ ihren sinistren Mummenschanz der Geschmacklosigkeiten erneut aufführen.

Text: Roy Fabian

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