Konzerte & Party

Gypsy & The Cat im Lido

Gypsy And The Cat

Es ist ein Weilchen her, seit zuletzt einer Band mithilfe von Myspace der Karrieredurchbruch gelang. So legten Lionel Towers und Xavier Bacash ihr Webprofil 2009 auch eher spaßeshalber an, um zumindest ein paar Reaktionen auf ihre Songs zu ernten, die die beiden jungen DJs aus Melbourne mit Computern, Keyboards und Gitarren ersonnen hatten. Prompt aber brach ein Wettstreit der Labels um den schwebend hellen Pop-Ästhetizismus der Newcomer aus. In der Tat staunt man bei ihrem Major-Debütalbum „Gilgamesh“ nun über die Fülle einprägsamer Refrains – etwa den Instant-Ohrwurm „Jona Vark“ – und die stilsichere Hochglanzproduktion, die so klingt, als spielten sich MGMT durch einen Softrock-Hitmix aus ELO, Toto, Bee Gees und Fleetwood Mac. Derzeit treffen die früheren Plattenaufleger mit ihrer makellosen Harmonie und den Falsettgesängen offenbar ins Schwarze; der Luxus-Sound des amerikanischen Middle Of The Road inspiriert viele Bands. Doch Gypsy & The Cat imitieren die schöne Klanghülle nicht nur, sondern füllen sie mit meist paradiesischen Melodien und zarter jugendlicher Euphorie. Die Produktion ihrer schillernden, weich geschichteten Songs besorgten US-IndieKoryphäen Dave Fridmann und Rich Costey, sonst tätig für Flaming Lips, MGMT oder Muse. Und damit es mit der Karriere weiter wie im Schnelldurchlauf geht, zog das Duo flugs nach London. Klar, dass da der ehemalige Arbeitgeber der beiden, der Seven-Club in Melbourne, auf seine bisherigen Stamm-DJs erst einmal verzichten muss.

Text: Ulrike Rechel

Gypsy & The Cat, Lido, Fr 23.9., 20 Uhr, VVK: 13 Euro

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