Konzerte & Party

Hagen Liebing kommentiert: Guilty Pleasures

Hagen Liebing

Darf man heute eigentlich noch Musik von bösen Menschen hören? Eine Frage, die sich die Klassikwelt seit Jahrzehnten stellt und die – etwa im Falle Richard Wagners – durchaus variabel beantwortet wird.
Aber auch im Pop sind wir vor solchen Gewissensfragen eigentlich nicht gefeit. Gerade erst habe ich wieder meine alten Vinyl-Singles durchgeblättert. „Do You Wanna Touch Me?“ von Gary Glitter, das hat mich in den 1970ern echt umgehauen. Aber heute? Der Mann wurde wegen Pädophilie verurteilt – sowohl in England als auch in Thailand.
„It’s a Man’s Man’s Man’s World“ von James Brown. Der mittlerweile verstorbene Soul-Entertainer hat schöne Worte fürs schöne Geschlecht gefunden, aber er wurde auch zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er seine Frau windelweich geprügelt hatte.
Es gibt wirklich sehr viele wunderbare Menschen, die ausnehmend langweilige Musik machen, und es gibt richtig schlimme, miese Typen, die geniale Songs produzieren.
Ein System konnte ich dabei bislang nicht entdecken, dafür habe ich nun aber eine Methode entwickelt, wie ich ganz persönlich mit solchen Musikern umgehe. Wenn mir bei ihren Hits inzwischen schlecht wird, dann fliegen sie konsequent raus aus dem Plattenregal.

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