Konzerte & Party

Hagen Liebing kommentiert: Hi-Hi-Hilfe!

Hagen Liebing

Sir Bob Geldof ist wieder da. Sie wissen schon, der Engländer mit der dürftigen Pop-Punk-Karriere (The Boomtown Rats) und dem anschließenden Ruhm als Weltenretter und Reanimateur so mancher Altrocker-Karrieren (Live Aid). Man hätte Geldof längst den Ruhestand gegönnt, aber die Zeiten sind nicht danach: EBOLA!
Ging es in den Achtzigerjahren noch ums hungernde Afrika, so ist nun die Mega-Seuche dafür verantwortlich, dass uns bald ein neues „Do They Know It’s Christmas“ droht – auch auf Deutsch, wie Geldof, Campino und Max Herre gerade in Berlin verkündeten. Natürlich wird jetzt wieder mächtig gespottet; übers Karriereaufwärmen oder über wohlfeile Imagepflege der beteiligten Künstler.
Dabei wissen Leute wie Campino ganz genau, dass solch ein Engagement fast reflexartig gegen sie ausgelegt wird. Und gerade deshalb ziehe ich auch meinen Hut vor allen Beteiligten, dass sie sich hier ungeachtet drohender Spötteleien doch wieder als Geldsammelmaschine betätigen, die helfen wird, Leben zu retten.
Und mal ehrlich: Auch die mundgemalten Weihnachtspostkarten samt Überweisungsvordruck, die uns demnächst wieder aus spendenbedürftigen Behindertenwerkstätten erreichen werden, erfüllen selten die Qualifikationsmerkmale für Museen zeitgenössischer Kunst. Worüber sich auch niemand aufregt. Weil es dabei eben um etwas ganz anderes geht.

Mehr über Cookies erfahren