Konzerte & Party

Hagen Liebing kommentiert: Jury in die Produktion

Hagen Liebing

Echo, VUT-Award, Helga-Award, Ballermann-Award, John-Lennon-Talent-Award, 1 Live Krone, Comet, Echo, New Faces Award, New Music Award, Panikpreis – und künftig auch noch der Tonio Musikpreis. Ich könnte diese Zeilen auch einfach bis zum Schluss mit weiteren Musikpreisen füllen. Aber sie wollen ja meine Meinung dazu lesen. Nun gut: es gibt davon viel zu viele.
Mittlerweile ist die Angelegenheit derart unübersichtlich geworden, dass Künstler sich auf einschlägigen Websites oder mittels Coaching Orientierung im dichten Preisverleihungs- und Wettbewerbsdschungel verschaffen können.   
Aber wozu taugt solch eine Auszeichnung denn überhaupt? Um Leistungen zu prämieren? Ich dachte, das macht das Publikum durch seinen Konsum und seine Anteilnahme. Um Aufmerksamkeit zu wecken? Für wen eigentlich, für den prämierten Künstler, oder nicht viel eher für die prominenten Juroren?
Was wäre denn, wenn wir uns all diese Preise, Preisverleihungen und Galas, das Einladen, das Verköstigen, die Unterbringung der Jury, einfach sparen würden und das Geld stattdessen in die Produktionsetats der Plattenfirmen, Radios oder sonstiger prämierender Institutionen stecken würden, damit mehr Künstler produziert, veranstaltet, gesendet würden? Dann könnten sich die Jury-Dauersitzer auch wieder mehr um die eigene Kunst kümmern, die womöglich bei all den Stehempfängen in den Hintergrund gerät.

Text: Hagen Liebing

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