Konzerte & Party

Hagen Liebing kommentiert: Ko ist nicht ok

Hagen Liebing

Die SPD lädt am 27.8. zum Clubbesuch ein, sie will „Gemeinsam gegen K.O.-Tropfen“ vorgehen. Das ist sehr wichtig! Leider findet die Diskussionsrunde aber im Ritter Butzke statt, weit weg vom RAW-Gelände. Hätte man sie dort angesetzt, ließe sich nämlich auch gleich noch gegen K.O.-Schläger demonstrieren. Das schreckliche Bild vom aufgeschlitzten Hals eines Clubbesuchers ging gerade durch die Medien; man scheint auf der Partymeile in Friedrichshain seines Lebens nicht mehr sicher. Aber anders als in Bürgerkriegsstaaten wie Libyen, Syrien oder dem Irak haben wir hier eine prinzipiell funktionierende Bezirksverwaltung, einen Polizei- und einen Justizapparat. Warum bitte bedarf es da erst eines boulevardtauglichen Horror-Fotos, bis jemand darauf reagiert, dass südosteuropäische Taschendiebe oder arabische und afrikanische Drogendealer Menschen bedrängen und bedrohen – ein Zustand, unter dem Clubbesucher und Anwohner dort seit Jahren leiden?
Gerade an diesem Ort entsteht somit jenes Bild unkontrollierter und gefährlicher Migration, das den Blick auf das wirkliche Flüchtlingselend in der Stadt verschleiert – und damit auch die Empathie für Bedürftige mindert.
Nicht zuletzt deshalb wäre es angesichts grassierender Kriminalität auf und am RAW-Gelände wichtig, Täter offen zu benennen und entschlossen mit ihnen zu verfahren. Das wäre nicht nur ein wertvoller Beitrag zur Clubkultur, es würde vor allem das Leben Aller erleichtern, ob Eingeborene, Touristen oder Asylsuchende.

Text: Hagen Liebing

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