Konzerte & Party

Hagen Liebing kommentiert: Lasst uns reden

Hagen Liebing

Pop=Kultur. In Worten: Pop gleich Kultur. So heißt ab jetzt die Berlin Music Week, die bis 2009 auch schon mal Popkomm genannt wurde. Pop=Kultur, als ob jemand daran zweifeln würde, dass Pop der Kultur zuzurechnen sei!
Aber um in der Zeichenwelt der Mathematik zu bleiben: Im nächsten Jahr könnte es auch heißen: Pop-Geschäft. In Worten: Pop minus Geschäft. Denn bei der Neuauflage, die im nächsten Jahr nicht mehr von Kulturprojekte Berlin, sondern vom Musicboard verantwortet werden wird und die dann auch nicht mehr im Postbahnhof, sondern im Berghain stattfindet, überlässt man die zuvor doch so umworbene Musikwirtschaft Föderalismus-bewegt anderen Städten wie Hamburg, wo schon in diesem Jahr die Major-Firmen beim Reeperbahnfestival Hof hielten (und ihr Geld ausgaben). Pop=Gerede könnte es aber auch heißen. In Worten: Pop gleich Gerede. Denn die Fachkonferenz Word wird künftig durch ein Diskussionsformat ersetzt, das „Raum für ansonsten eher unwahrscheinliche Begegnungen“ bietet. Vielleicht sitzen dann dort jene Menschen auf dem Podium, die bislang eher im Publikum anzutreffen waren und anschließend ihre ätzende Kritik über die Messe schrieben. Verlässlich indes scheint mir Folgendes: Anno 2016 wird das Ganze dann im gänzlich durchkuratierten HAU stattfinden und es heißt auch wieder irgendwie anders …

Text: Hagen Liebing

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