Konzerte & Party

Hagen Liebing kommentiert: Nichts zu meckern

Hagen Liebing

Donnerstag vor einer Woche wälzten sich durch meine Straße rund 70.000 Menschen. Nicht zum Fußball, nein, bei AC/DC trafen sich die älteren Semester. Frohgemut und bierselig. Während die australischen Rocker im Olympiastadion gegen 20.45 Uhr mit Feuer und lautem Knall die Bühne enterten, war ich gerade im Tati goes underground angekommen, einer Kellerkneipe in der Brunnenstraße, wo zeitgleich im Hinterzimmer die Leipziger Sängerin und Gitarristin Safi mit ihrer Band auftrat. Ein Raum, etwa so klein wie die Küche des tip und mit den 30 begeisterten Zuschauern bestens gefüllt. Irgendwo fanden dazwischen sogar noch die Musiker Platz, die um ihre exaltierte Sängerin im Miniklub maximale Energie aufbauten. Safi schrengelte ihre schrägen Gitarrenriffs, feuerte Samplersalven ab und erwähnte ganz zuletzt, fast hätte sie’s vergessen, dass ja „morgen unsere neue Platte erscheint“. Zurück am Olympiastadion war die Show der Mega-Rocker noch nicht einmal zu Ende.
Ich hörte von draußen noch das obligatorische Kanonenböllern zu „For Those About to Rock“, dann zogen die Massen, immer noch Bierbecher schwenkend, wieder von dannen. Zumindest jene erwähnten 70.030 Menschen  – ob in Westend oder Wedding – hatten am Donnerstagabend also durchweg Spaß an der Musik in Berlin. Das spricht doch für Vielfalt und für unsere Stadt.

Text: Hagen Liebing

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