Konzerte & Party

Hagen Liebing kommentiert: Xmas-Metal

Hagen Liebing

Also wirklich, nichts ist mehr unheilig dieser Tage. Ausgerechnet an Weihnachten machen sich die Schwer- und Düstermetaller aus aller Herren Länder auf, um unsere Konzerthallen zu entern, ob sie nun Amorphis heißen, Wolfen oder Grave Digger. Klar, das nennt sich bei denen dann „Dirty Christmas“ oder „Fuck Santa“, aber auf dem schwarz gefärbten, hoch toupierten Haupthaar steckt denn eben trotzdem oft auch eine kecke Weihnachtsmannmütze und die Marshall-Verstärker sind mit Glitzerkugeln und Lametta behängt. Denken Sie dabei nur nicht an Ironie und Teufelswerk. Metal-Fans sind nämlich einfach nur die wertbeständigsten Menschen unter den Musikfans. Genau so, wie sie treu zu AC/DC, Iron Maiden oder anderen Antiquitäten stehen, liegt ihnen in Wirklichkeit auch das Ritual, die durch tradierte Formen einfach gemachte Lebensführung total am Herzen.
Und genauer betrachtet, gehören Christentum und Heavy Metal sowieso untrennbar zusammen. Sei es in ihrer Bildsprache als auch bei den Trinkgewohnheiten: Beide Seiten erfreuen sich an der kitschigen Abbildung gekreuzigter und gefolterter Menschen und das weltliche Wettsaufen geschieht elf Monate im Jahr mit Schnaps und die letzten paar Wochen des Jahres dann eben ausnahmsweise mal ausgiebig mit Glühwein.

Text: Hagen Liebing 

Mehr über Cookies erfahren