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Hagen Liebing kommentiert: Zahlenspiele

Hagen Liebing

Adeles demnächst erscheinendes neues Album heißt „25“. Das bedeutet aber nicht, dass die heute 27-jährige englische Soul-Sängerin Adele Laurie Blue Adkins bereits im zarten Kindergartenalter dazu genötigt wurde, Schallplatten am laufenden Band zu produzieren, um solch ein Output an Veröffentlichungen zu schaffen. Simpel Durchnummerieren gilt ja auch spätestens als langweilig, seit Chicago ihren Jazz-Pop über Jahrzehnte konsequent in römischen Ziffern zählten.
Adele hält mit ihren bislang drei Albumtiteln „18“, „21“ und nun „25“ hingegen akribisch fest, in welchem Alter sie sich zum Zeitpunkt der Aufnahmen befunden hat. Eine souveräne Sache. Das hilft später nicht nur ihr, sich der eigenen Biographie zu erinnern, sondern auch uns bereits heute bei der Interpretation von Text- und Liedgut.
Es wäre doch witzig, wenn es ihr nun jene Sänger gleichtun würden, die schon seit Jahrzehnten einem Peter-Pan-Komplex erlegen zu sein scheinen und uns mit ihrer ewigen Jugend blenden oder wahlweise auch schwer neidisch machen.
Mick Jaggers nächstes Solo-Album etwa könnte dann schlicht „72“ heißen. Das von Sir Paul McCartney „73“ und die kommende Scheibe von Cliff Richard verführerische „75“.
Das wäre dann auch fürs Verständnis förderlich; wenn dort dann von „Come On, Girl“ oder „Stupid Little Thing“ gesungen wird, ahnen wir bereits, dass es sich nur um die kleine Enkelin handeln kann.

Text: Hagen Liebing

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