Konzerte & Party

Hagen Liebing kommentiert: Zweck-Pessimismus

Hagen Liebing

Ich habe zuletzt sehr viel Verständnis für den letztjährigen deutschen Live-Aid-Beitrag geäußert. Die Musik hat mir nicht gefallen, das stimmt. Aber das Sammeln von Hilfsgeldern für die Bekämpfung der Ebola-Seuche war schon enorm wichtig. Und dennoch macht mir Angst, was infolge der guten Tat nun schon wieder über den Echo 2015 zu lesen ist, der am 26. März in Berlin stattfinden soll: „Im Live-Programm wird es zu einer Kollaboration zwischen Gentleman, Bob Marleys Sohn Ky-Mani Marley, Campino, Joy Denalane und Nneka kommen, die zusammen den ‚Redemption Song‘ von Bob Marley darbieten werden.“ (Pressetext)
Musikalisch kann das womöglich noch schlimmer geraten, als es schon die oben genannte dritte Neuauflage von „Do They Know It’s Tasteless“ … pardon, „… Christmas“ war.
Und visuell wird man sich dann vermutlich an der Abschlusseinstellung von „Wetten, dass?“ orientieren, wo Gottschalk und Lanz noch die letzten Wettteilnehmer und Backgroundsänger auf die Saalbühne hievten und anschließend – sofern weiblich – mit Blumensträußen bewarfen. Wenn dies alles dann auch noch beim Echo geschieht, ohne dass erneut ein plausibler guter Zweck genannt werden kann, dann reißt aber auch mir langsam der Geduldsfaden. Ach, wenn ich es recht bedenke, hilft da eigentlich auch kein guter Zweck mehr.

Text: Hagen Liebing

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