Konzerte & Party

Hagen Liebing kommtentiert: Welt-Tortur

Hagen Liebing

Alle beim tip sind jetzt ja wegen „Fifty Shades of Grey“ mächtig im Sadomaso-Fieber. Das Spiel mit der Peitsche, aber auch mit der Lust am Hingehaltenwerden. Da will ich jetzt aber auch mal etwas zu schreiben. Schließlich kennen wir so etwas auch in der Musik. Wie hat uns vor fünf Jahren das Versprechen heiß gemacht, dass die Scorpions nur noch eine einzige Tournee planen würden, vielleicht zwei Jahre lang, die Welt – und vor allem der Kernmarkt Russland – ist ja ziemlich groß. Diese Ankündigung löste ein wohliges Sehnen nach dem hochverdienten Ruhestand der Hannoveraner aus. Stattdessen kam 2013 das MTV-Unplugged-Album aus Athen (Zusammenhänge zwischen Scorpions und Eurokrise sind nicht überliefert) und natürlich ein anschließendes Betouren desselben. Und am Ende Ruhe? Erleichterung? Erlösung? Pustekuchen!
Erst erschreckt uns Katja von Garnier mit ihrer Live-Dokumentation „Forever And a Day“, und nun – wir verzehren uns schon fünf Jahre sehnsüchtig nach dem Höhepunkt eines angekündigten Abschiedes – wird ein komplett neues Studioalbum („Return to Forever“) auf den Markt gebracht, das so ereignisreich klingt wie der seichtelnde Soundtrack von „Fifty Shades of Grey“ – und zudem neuen Anlass für eine weitere Welt-Tortur, pardon, Tour bietet. Aber was klage ich, „Fifty Shades of Grey“ hat ja schließlich auch zwei Fortsetzungen erlebt. Und Frank Zappa warnte schon 1976: „The torture never stops.“

Mehr über Cookies erfahren