Konzerte & Party

Haim im Lido

Haim

Egal, auf welche Pop-Prognose man zu Beginn des Jahres einen Blick geworfen hat: Der Name Haim tauchte garantiert auf. In der Voraussage „Sound of 2013“ der BBC landete das Trio auf dem Spitzenplatz. Dieses Votum kommt einer Auszeichnung gleich, wenn man bedenkt, dass bei früheren Umfragen dieser Art 50 Cent, Franz Ferdinand, Adele, James Blake oder Frank Ocean auf vorderen Plätzen landeten. Nun also drei kalifornische Girls aus dem San Fernando Valley, die schon optisch einiges hermachen. Mit langen Haaren, Sommerhut, Hotpants und Schlabberkleidern verkörpern sie den Hippie-Chic, der in ihrer Heimat seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle spielt. Aber die Musik erscheint durch Aufnahme von Elementen aus R’n’B und HipHop moderner. „Don’t Save Me“ muss man sich wie eine sanftere Ausgabe von Hearts „Barracuda“ vorstellen, in die das Rhythmusgefühl von Rilo Kiley auf „Under the Blacklight“ hineinspielt. Letzterer Vergleich ist legitim, weil Sängerin und Gitarristin Danielle schon in der eigenen Band von Rilo Kileys Jenny Lewis gespielt hat. Außerdem war sie mit Julian Casablancas und Cee-Lo Green (Gnarls Barkley) auf Tour. Durch diese Erfahrungen fühlte sie sich bereit, das schon 2006 im Stillen initiierte Schwesternprojekt Haim ernsthaft voranzutreiben. Bisher gibt es nur Singles, das Debütalbum erscheint im Herbst. Trotzdem kommen Haim schon jetzt für ein Schnupper­konzert nach Berlin. Das hat einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Man kann sie sich jetzt noch in einer halbwegs gemütlichen Ecke anschauen, bevor der große Run einsetzt.

Text: Thomas Weiland

Foto: Universal Music

Haim, Lido, Mi 14.8., 21 Uhr, ausverkauft

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