Konzerte & Party

Hank III im Roadrunner\s Club

Hank IIIVermutlich gibt es Tage, an denen es Shelton Hank Williams lieber wäre, einen anderen Namen zu tragen. Einen unauffälligen, bei dem nicht sofort die ganze Familientradition mitschwingt – samt des geballten Erbes, das mit dem Namen Hank Williams einhergeht. Es wird ihm in Situationen so gehen, wenn das Songschreiber-Raubein aus Nashville mal keine Vergleiche mit seinem ikonenhaften Großvater gebrauchen kann. An denen, nebenbei, natürlich etwas dran ist: allein, was das helle, klare Timbre des 36-Jährigen angeht. Man braucht sich also nicht zu wundern, dass das Country-Majorlabel Curb vor einer Handvoll Jahren hoch erfreut war, einen Spross des Williams-Clans unter Vertrag zu haben. Dass Hank III dann aber ein Hardcore-Metal-Album machen wollte, fanden die Labelmacher offenbar weniger lus­tig; und pochten auf die vertraglich vereinbarten Scheiben mit genrekonformen Songs. Seither hat Hank III seine aggressiven Metalsongs für die Schublade geschrieben und im Alleingang aufgenommen. Es sind brettharte, rotzige Kracher in der Spielklasse von Musiker-Outlaws wie Mike Patton oder Butthole Surfer Gibby Haines. Die offizielle Diskografie füllen derweil Country-Alben – wenn auch in der abgründigsten Färbung. Williams singt und jault über Selbstzerstörung und Au­ßenseitertum: Themen eines Outlaws eben – womit Hank dann doch wieder mitten in seiner Familiengeschichte angelangt ist. Die schäumenden Riff-Rocker, die er nun unter dem Alter Ego AssJack erstmals auf Albumlänge veröffentlicht hat, passen im Grunde nicht übel dazu. Der alte Hank hätte die Lebensthemen des Enkels vermutlich tief nachempfinden können, ob nun mit schreienden Gitarren garniert oder der gezupften Akustischen.
Kurzfristig hat sich eine Änderung im Line-Up ergeben. Als Support werden heute Abend Bob Wayne And The Outlaw Carnies auftreten. Die Kamikaze Queens mussten ihren Support-Auftritt kurzfristig absagen.

Text: Ulrike Rechel

Hank III & AssJack + Bob Wayne And The Outlaw Carnies, Roadrunner’s Club, Di 1.9., 21 Uhr, VVK: 20,20 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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