Klavier

Hauschka im Funkhaus Nalepastraße

Der Oscar-nominierte Hauschka mag lieber Hip-Hop als Kuscheln

Foto: Mareike Föcking

Über einen Mangel an Lob für seine Arbeit kann sich Volker Bertelmann alias Hauschka nicht beklagen. Erst recht nicht, seitdem er für seinen Beitrag zum Soundtrack zu „Lion – Der lange Weg nach Hause“ eine Oscar-Nominierung erhalten hat. Die verdiente Ehrung blieb am Ende aus, aber Bertelmann wird es verschmerzen können. Sein Schwerpunktgebiet liegt traditionell woanders: Dieser Mann ist ein Meister des Spiels mit dem präparierten Klavier. Er manipuliert den konventionellen Klang des Instruments mit Alltagsgegenständen. Das können Stifte, Nägel oder Papier sein. Manchmal hopsen bei ihm auch Tischtennisbälle im Saitenbereich ungeordnet herum. Solche Details machen die Auftritte nicht nur hör-, sondern auch sehenswert.
Mit seinem neuesten Album „What If“ sorgt der Düsseldorfer in zweierlei Hinsicht für Spannungspunkte. Einmal will er sich stilistisch öffnen, gerade in rhythmischer Hinsicht. „Ich bin auch Hip-Hop-Fan“, sagt er, „und mag Bässe und Beats, aber bisher kam am Ende immer Chopin raus. Die Diskrepanz zwischen dem, was ich privat höre und was ich spiele, will ich beseitigen.“ Es geht Bertelmann auch um die Vermeidung von unerwünschten Vergleichen: „Man assoziiert mich öfter mit der Neo-Classical-Szene, obwohl ich da nicht hineinpasse“, sagt er. „Ich will nicht, dass sich bei meinen Konzerten Freund und Freundin aneinander kuscheln, während um uns herum die Welt zusammenbricht.“ Ein Musiker müsse den Ernst des Lebens berücksichtigen.

Funkhaus Nalepastraße Köpenick, Di 4.4., 20.30 Uhr, VVK 28 € zzgl. Gebühr

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