Konzerte & Party

Health im Berghain

Als Health vor sechs Jahren ihr Album „Get Color“ vorlegten, wurde die Truppe als Speerspitze einer jungen Do-It-Yourself-Rockszene in Los Angeles gefeiert. Grelle Industrial-Klänge trafen auf tanzbare Grooves und Reste von Melodien. Nicht nur unter L.A.s Hipstern machte die Band Furore, auch Kritiker und Musikerkollegen machten in ihrem aggressiven Sound eine vitale Neuerung harter Rockmusik aus.

Health

Doch plötzlich wurde es sonderbar ruhig um die Durchstarter. Das dritte Album verwarfen die vier wiederholt, Soundtrack-Musik für ein angesagtes Shooter-Game kam dazwischen. Jetzt ist „Death Magic“ doch noch erschienen, und vordergründig bleibt alles beim Alten: Health spielen in gleicher Besetzung, Jacob Duzsiks weicher Gesang bildet nach wie vor den warmen Kontrast zu verzerrten Noise-Wällen. Diesmal aber stecken die Songs voller Popmelodien, die im Kampf gegen virtuos verfremdete Bass- und Gitarrensounds klar die Oberhand behalten. Man könnte die neuen süßen Töne fast als Bewerbung fürs Mainstream-Segment verstehen.

Doch dafür geht es in den sarkastischen Texten und begleitenden Videos zu herb zu. Thematisch kreisen die Songs um Tod und Todessehnsucht, die die Band auch im Party-Hedonismus ihrer Generation entdeckt. Im Video zur Single „New Coke“ tanzen feiernde Party People, bis nur noch die Bandmitglieder zu sehen sind – beim schier endlosen Erbrechen, gefilmt in Zeitlupe. Fürs Familienprogramm ist das wohl eher nichts.

Text: Ulrike Rechel

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