Konzerte & Party

Heather Nova

Wenn Heather Nova von ihrem Zuhause erzählt, klingt das nach heiler Märchenwelt. Die Sängerin mit den kühlblauen Augen bewohnt eine eigene Südsee-Insel; außer ihr leben dort noch Mann und Kind nebst einer Schar Hühner. Den Strom für die E-Gitarre liefert das Sonnenlicht – auf den Bermudas gibt es genug davon. Allerdings gibt es auch spezifische Inselprobleme. Beispielsweise lässt sich nicht mal eben Ersatz beschaffen, wenn mal ein Laptop kaputtgeht oder ein Mischpult.

Heather Nova

Bei Heather Nova gab im Frühjahr gleich das halbe Studio-Equipment den Geist auf; just als die 41-Jährige ihr neues Album „The Jasmine Flower“ einspielen wollte. „Das war einfach nervig“, erinnert sie sich, „ich hatte zwei Jahre lang an den Songs geschrieben. Meine Stimme fühlte sich stark an, ich wollte nicht länger warten, bis neue Technik geliefert worden wäre.“ Den Entschluss, eine „einfache Platte“ zu machen – „nur mit mir und der Gitarre“ – hatte sie schon früher gefasst. „So was habe ich vorher ja noch nie gemacht. Ich war also erst in Panik, doch dann zeigte sich bald, dass meine Idee auch so funktionieren würde. Denn das wichtigs­te Instrument war intakt: mein Mikrofon“, übrigens ein altes Neumann U87.

Die – teils unfreiwillige – Konzentration aufs Wesentliche prägt die Songs, sie sind ruhig und klar, atmen die intime At­mosphäre eines Raumes, in dem gerade noch Platz ist für eine Streicherrunde und ein paar Echopedale. „Es war gut, einmal ganz allein für mich zu arbeiten“, resümiert die Sängerin. „Denn so gut es sein kann, mit einem Produzenten zu arbeiten: Manchmal geschieht es, dass sich deine Songs mehr von dir entfernen, als dir lieb ist.“ Die neuen Songs wirken dagegen gesammelt und intensiv. Im Zentrum strahlt Novas glo­cken­heller Gesang, immer an der Grenze zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit. 

Text: Ulrike Rechel

Heather Nova

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