Konzerte & Party

Heute im Magnet: Fanfarlo

FanfarloUnter den hunderten Wegen zum Ruhm ist in England derzeit einer besonders beliebt: Platten selbst herausbringen, ohne Label, massig Gigs spielen – und hoffentlich die Blogwelt begeis­tern. Vielleicht, wenn denn ein wirklich gutes Angebot eingeht, unterzeichnet man später auch bei einer Plattenfirma. Sonst geht es ohne. So wie viele junge Indierocker halten es auch Fanfarlo um Simon Balthazar. Der Songwriter ist eigentlich Schwede, packte aber vor ein paar Jahren seinen Koffer nach London. Dort passen Balthazars bittersüße Hymnen über die großen Fragen des Lebens auch viel besser hin als, sagen wir, nach Umea oder Stockholm. Vom Ein-Mann-Projekt zum Quintett ausgewachsen, schwelgen Fanfarlo auf ihrem melodiesatten Debütalbum in akustischer Klangfülle: Die Songs auf „Reservoir“ sind gespickt mit Geigen, Chören, Glockenspiel oder auch mal einem Heer unisono geschrammelter Gitarren. Geigerin Cathy Lucas greift zwi­schendurch zu Mandoline oder singender Säge; Keyboarder Leon Beckenham bläst nebenbei schluchzende Trompetensoli. Zusammen mit Balthazars dring­lichem Tremolo in der Kehle erinnert das nicht wenig an Großtruppen wie Arcade Fire oder Clap Your Hands Say Yeah; nur, dass Fanfarlo ihre Folkdramen mit einer Extraschicht Popharmonie abfedern – einem edel perlenden Klavier hier, einem balladenhaften Grundton dort. Man ist hier immerhin im Heimatland von Coldplay und Snow Patrol. Letztere buchten Fanfarlo unlängst als Tour-Support. Nicht übel für eine Do-It-Yourself-Karriere.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Eva Vermandel

Fanfarlo, Magnet, Di 26.1., 21 Uhr, VVK: 13,90 Euro

Tickets www.tip-berlin.de/tickets

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