Konzerte & Party

High Places und Cortney Tidwell im Prater

High Places„Ich habe ein Problem mit den Leuten, die heute Musik machen. Sie klammern sich viel zu sehr an übliche Geräte oder Programme. Das muss nicht sein“, findet Rob Barber, Klangbauer des Duos High Places, und geht gleich mit gutem Beispiel voran. An der Seite von Sängerin Mary Pearson vertraut er dem Ambient-Prinzip. High Places schließen sich oft im Studio ein, hören sich aber auch in freier Natur nach Tönen um. Oft glaubt man des­halb, in ihren Stücken den Specht klopfen zu hören. Oder es quakt wie an einem Teich voller Frösche. Außerdem überlegen sich Barber und Pearson, welche Küchengeräte als Musikinstrumente zweckentfremdbar sind. Kann man vielleicht mit einem Quirl und einer Rührschüssel den Klang von indonesischer Gamelan-Perkussion oder karibischen Steel-Drums nachempfinden? Man kann. High Places sind in der heutigen Indie-Welt ohne Frage die Exoten. Aber sie machen trotz aller Andersartigkeit nicht Musik, der man nicht zuhören kann. Ähn­lich wie bei artverwandten Kollegen wie Panda Bear oder El Guincho hat alles Sys­tem, klingt nicht zuletzt dank Pearsons faszinierend kindlicher Stimme auch eingängig. Und für ihre Konzerte versprechen sie mehr als nur Laptopmusik und Gesang. Einen ganzen Tierzoo können High Places natürlich nicht mitbringen, da muss schon mit Samples gearbeitet werden. Aber wann immer es geht, werden Gerätschaften live gerüttelt und geschüttelt. Da steht uns wohl ein Musikabend der anderen Art bevor.

Text: Thomas Weiland

Foto: Rob and Mary

High Places + Cortney Tidwell, Prater, So 5.4., 20 Uhr, VVK: 16 Euro

Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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