Konzerte & Party

Holy Mountain im Magnet

Holy Mountain

Glasgow war nie eine besonders ergiebige Brutstätte für Hardrock. Angus und Malcolm Young sind dort geboren, hatten sich aber schon in Australien eingelebt, als sie AC/DC gründeten. Es gab Alex Harvey und Thin Lizzys Brian Robertson, aber darüber hinaus muss man schon suchen. Jetzt gesellen sich Holy Mountain dazu. Bei diesem Trio wird schnell klar, um was es geht. Benannt hat es sich nach einem der bekanntesten Filme des chilenischen Regisseurs Alejandro Jodorowsky, der für seine surrealistische Neigung bekannt ist. Da das erste Album der Band zudem „Ancient Astronauts“ heißt, kann man leicht auf Gedanken kommen. Aber die Neulinge haben es nicht nur auf kosmische Musik abgesehen. Mit etwas Fantasie entdeckt man Parallelen zu Sun Ras Jazz, aber weiter hilft die Tatsache, dass Holy Mountain schon „War Pigs“ von Black Sabbath gecovert haben. Wenn die harten Blues-Riffs von Andy McGlone in die düsteren Tiefen des Doom vordringen, ist der Vergleich mit Tony Iommi nicht von der Hand zu weisen. McGlone ist selten zufrieden mit dem, was man in einer Musikalienhandlung vorfindet. Er will den Sound in eine besondere Richtung lenken und nimmt deshalb an Verstärkern und Effektgeräten in seiner eigenen Werkstatt bauliche Veränderungen vor. Holy Mountain veröffentlichen zudem beim Glasgower Indielabel Chemikal Underground, das sich sonst um kunstverliebte und sensible Musiker kümmert. Sie sind also in jeder Hinsicht ideal für Freunde harter Rockmusik, die nicht streng innerhalb tradierter Grenzen denken.

Text: Thomas Weiland

Foto: © Alex Woodward at Crimson Glow Photography

Holy Mountain, ?Magnet, Sa 12.4., 21.30 Uhr, ?VVK 13 Euro zzgl. Gebühr

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