Indie-Post-Rock

Hope kommen ins Acud

Böses Dunkel: Die Wahl-Neuköllner Hope tauschen Pubertät gegen Realität

Promo

So manch fröhlich-verspieltes Kind geht wie verwandelt aus der Pubertät hervor: ernsthafter, erwachsener – im Bewusstsein dessen, dass diese Welt voller Übel ist. So darf man sich den Entwicklungsprozess der Neuköllner Band Hope vorstellen, deren Mitglieder an der Musikhochschule Würzburg zueinander fanden und unter dem niedlichen Namen Mamsell Zazou niedliche Lieder spielten. Verkopfter Akademiker-Jazz, der von Karussell fahrenden Schildkröten oder heiratenden Uhren handelte. Dann die Pubertät, der Bruch, und damit die Wandlung, dokumentiert in ­einem Facebook-Post von 2014: „Die letzten fünf Jahre haben uns zerwühlt, auseinandergenommen und fasertief verändert wieder ausgespuckt.“ Christine, Philip, Fabian und Martin zogen aus der fränkischen Provinz nach Neukölln, um gnadenlos düstere Musik zu machen, die mit kindlicher Verspieltheit radikal bricht und die so abgefuckt klingt wie die Orte, an denen sie sich für ihre Aufnahmen herumtreiben: ein leeres Stockwerk in einem Tempelhofer Hochhaus oder die verlassene Heilanstalt in Oranienburg. Das Cover der ersten LP: so schwarz wie die bedrohlichen Gitarren und Synthies. Acht schnörkellose Post-Rock-Songs, die von Abgründen und Wunden erzählen. Vergessen das Kind, das sich über den Kopf streicheln ließ – es lässt sich nicht besänftigen.

Acud Veteranenstr. 21, Mitte, Record-Release-Party: Sa 21.10., 20 Uhr, VVK 12 €

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