Hip-Hop

House of Pain spielen im Huxleys

House of Pain jubilieren das 25-Jährige ihres Debüt-Albums

1992 war der Sommer, in dem der Slamdance-Pogo Einzug in den Hip-Hop hielt. Schuld war ein Trio irisch-stämmiger Hooligans, die sich einiges auf das Bad-Boy-Image ihrer Vorväter einbildeten. Everlast, Danny Boy und DJ Lethal pogten und crowdsurften im Video zu „Jump Around“ mit ihrer Posse – und Millionen von Fans weltweit machten es ihnen nach. „Jump Around“ ist heute mehr als ein Hip-Hop-Klassiker, er ist ein Popkultur-Meilenstein.

Hip-Hop von weißen Jungs ging 1992 (der Sommer, in dem die Lachnummer Snow „Informer“ sang) gar nicht. Aber House of Pain besaßen Street-Credibility. Ihre White-Trash-Herkunft verschaffte ihnen Respekt, sie gehörten zusammen mit Mitgliedern von Cypress Hill und Funkdoobiest auch zum Kollektiv Soul Assassins. Im Jahr drauf nahmen sie mit Helmet den Crossover-Hit „Just Another Victim“ für den Soundtrack zum Action-Thriller „Judgement Night“ auf. Damals hatte der Begriff Rap-Metal noch keinen schalen Beigeschmack; das schafften erst unzählige Rage-Against-the-Machine-Klone.

Nicht alles, was in den 1990er Jahren schieflief, darf man also House of Pain ankreiden – auch wenn die Solokarriere von Everlast und das Engagement von DJ Lethal bei den NuMetal-Kaspern von Limp Bizkit die Dekade sicher nicht bereicherten. Das Debüt-Album „Jump Around” hat nach 25 Jahren nichts von seinem rüden Charme verloren. Rückblickend ist die gleichnamige Single vielleicht sogar das letzte Zeugnis einer unschuldigen MTV-Ära vor der tödlichen Fehde zwischen Ost- und Westküste. Zeit, sich mal zu erinnern. Boom Sha Lock Lock Boom!

Huxleys Hasenheide 108, Neukölln, Di 4.7., 20 Uhr, VVK 40 €
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