Konzerte & Party

Hugh Cornwell im Privatclub

Hugh Cornwell

Es gibt wohl kaum einen Musikfan, der beim Namen Hugh Cornwell nicht zuerst an The Stranglers denkt. Deren Gründungsmitglied war er nämlich und als Frontmann des Quartetts schrieb er ab 1974 Musikgeschichte. „Golden Brown“ aus dem Jahr 1981 (vom Album „La Folie“) gehört bis heute zu einem der Songs, die jeder kennt.
Doch schon zu der Zeit als Cornwell noch festes Mitglied der Stranglers war, veröffentlichte er erste Soloalben: 1978 „Nosferatu“ (mit Mitgliedern von The Clash, Devo und Captain Beefheart) und 1988 „Wolf“.
1990 folgte der überraschende Ausstieg des Briten bei den Würgern. Einen Tag nach einem Konzertmitschnitt im Alexandra Palace in London teilte Cornwell seinen Bandkollegen am 12. August den Bandausstieg telefonisch mit. Wie Cornwell später einmal sagte, hatte er eigentlich damit gerechnet, dass sich die Band daraufhin auflösen würde. Zu seinem Ärger machten die Rest-Stranglers mit neuem Sänger einfach weiter.
Cornwell selbst gönnte sich nach dem Ausstieg eine Schaffenspause und meldete sich erst 1993 mit dem Solo-Album „Wired“ zurück. Seitdem folgten weitere Veröffentlichungen in unregelmäßigen Abständen. Als der kommerzielle Erfolg ausblieb, besinnte er sich 2001 seiner Zeit bei den Stranglers und veröffentlichte das Interviewbuch „The Stranglers Song by Song“, in dem er ausführliche Auskünfte über alle veröffentlichten Stranglers-Songs gab. Sein bisher letztes musikalisches Lebenszeichen legte Cornwell 2008 mit dem Album „Hooverdam“ vor.
Dass der Erfolg bei Cornwells Solo-Platten ausblieb, mag verwundern. Denn der Brite ist nicht nur ein begnadeter Songschreiber, sondern versteht es auch, die Songs facettenreich umzusetzen. Quasi en passent scheinen bisweilen die Punk-Wurzeln durch – größtenteils handelt es sich um tollen Rock, der fernab der peinlichen Retro-Welle funktioniert.

Foto: Barbara Mürdter / Creative Commons

Hugh Cornwell, Privatclub, Pücklerstraße 34, Berlin-Kreuzberg, Mi 28.09., 21 Uhr

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