Konzerte & Party

The Human League im Huxleys

The Human League

Wenn man 30 Jahre lang konstant eine Rolle im Musikgeschäft spielen will, braucht es Improvisationsgeist. Niemand weiß das besser als Phil Oakey von The Human League. Zum ersten Mal war er 1980 gezwungen, rasch zu handeln. Er hatte sich mit seinen Kollegen  überworfen und musste wegen einer bereits gebuchten Tournee schleunigst eine neue Band auf die Bühne stellen. Also sprach der Sänger in Sheffield zwei Schulmädchen auf der Tanzfläche an, die ihm assistieren sollten. Daraus wurde eine Beziehung fürs Leben, seitdem gehen Joanne Catherall und Susan Sulley mit Oakey durch dick und dünn. Die letzte Krise hatte man vor zehn Jahren zu meistern. Damals fiel das Album „Se­crets“ durch, die Plattenfirma ging zudem pleite. Doch dann kamen das Achtziger-Revival und die Erkenntnis, dass man mit Platten kein Geld mehr verdient. The Human League machten aus der Not eine Tugend, gingen längere Zeit mit altem Material auf Tour und wurden dafür gefeiert. Bis in alle Ewigkeit will die Band indes nicht als Oldie-Act durch die Weltgeschichte tingeln. Aus diesem Grund steht seit ein paar Wochen das neue gute Album „Credo“ in den Läden. Es hat durchaus Ähnlichkeiten mit dem Sound der erfolgreichen „Dare“-Ära und klingt durch Techno-Zusätze und bratzig produzierte Synthesizer zugleich auch aktuell. Hits wie „Don’t You Want Me“ oder „(Keep Feeling) Fascination“ sind nicht dabei, aber die kann man sich ja jetzt beim ersten richtigen Berlin-Konzert seit Langem anhören.

Text: Thomas Weiland

The Human League + Performance, Huxleys, Sa 23.4., 20 Uhr, VVK: 30 Euro

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