Konzerte & Party

Icas Suite mit 2562 im Monarch

Dave Huismans

Eigentlich ist Dave Huismans von Beruf Bautechniker und das hört man seiner Musik auch an. Denn die Stücke gleichen unscheinbaren, dafür aber höllisch komplizierten Origami-Figuren. Drei Alben hat der Holländer mittlerweile unter dem Pseudonym 2562 veröffentlicht und sich dabei ein wenig vom Image des kühlen Dubstep-Perfektionisten entfernt. Auf dem Cover seines neuesten Albums sieht man einen kleinen Jungen, der wie paralysiert nach einem Plattenregal greift. Das Foto zeigt Huismans selbst und so verwundert es nicht, dass er hier Musik verarbeitet, die seine Kindheit prägte: Disco und Boogie der 70er- und 80er-Jahre. Klingt gefährlich, denn solches erschöpft sich oft im Wiederaufsagen alter Formeln. Zum Glück geht „Fever“ in eine andere Richtung. Aus unzähligen Puzzleteilchen hat Huismans einen erstaunlich warmen Hybriden aus Dubstep und losen Broken Beats erschaffen. Keiner der verwendeten mikros­kopischen Samplefetzen erlaubt Rückschlüsse auf seine Quelle. Allenfalls die stilistische Beeinflussung durch Detroit-Techno ist zu erkennen, eine Vorliebe, der Huismans auch unter dem Pseudonym „A Made Up Sound“ frönt. Als 2562, was übrigens eine Anspielung auf die Postleitzahl seines langjährigen Wohnorts Den Haag ist, erkundet er aber lieber musikalisches Neuland im Dubstep.

Text: Lucas Negroni

BERLIN MUSIC WEEK
Icas Suite mit 2562 + Peter van Hoesen + Conforce
, Monarch, Mi 7.9., 21 Uhr, VVK: 7 Euro

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